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Marburg Impfkampagne bisher ohne Pannen
Marburg Impfkampagne bisher ohne Pannen
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11:58 29.12.2020
Mitarbeiter des Gesundheitsamts bereiten eine Corona-Schutzimpfung vor.
Mitarbeiter des Gesundheitsamts bereiten eine Corona-Schutzimpfung vor. Quelle: Landkreis Marburg-Biedenkopf
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Marburg

Tag zwei der größten Impfkampagne des Landes ist vorüber und auch gestern waren Mitarbeiter des mobilen Impf-Teams des Gesundheitsamtes unterwegs, um Bewohner und Mitarbeiter in Seniorenpflegeheimen zu versorgen. Nach dem Start am Sonntag wurden gestern weitere 75 Menschen geimpft.

Weniger als beim Auftakt, wo rund 90 Menschen in zwei Heimen eine Impfung erhalten hatten. Mit dem bisherigen Verlauf zeigte sich das Gesundheitsamt aber zufrieden, das Konzept sei aufgegangen, Pannen habe es keine gegeben, eine Veränderung der Abläufe sei aktuell nicht geplant; „die Mitarbeitenden der Teams hatten sich im Vorfeld bereits gut auf die zu erledigenden Arbeiten vorbereitet“, teilt der Kreis mit.

In den nächsten Tagen wird eine weitere Impfstoff-Lieferung erwartet, womit dann bislang mehr als 1 500 Dosen zur Verfügung stehen werden – „eine Menge, die nach Einschätzung des Gesundheitsamtes zur Erfüllung des Auftrages ausreichen wird“. Genaue Zahlen, wie viele Bewohner und Pfleger am Ende ihr Einverständnis geben, also eine Impfung haben wollen, konnte der Kreis bisher nicht geben, man befinde sich „derzeit noch in den Abstimmungen mit den Einrichtungen“. Nach den ersten Erfahrungen gehe man aber davon aus, dass „in den nächsten zwei bis drei Wochen“ in 39 Altenpflegeheimen im Kreis die erste Impfung angeboten werden kann. Danach dürfte es nahtlos weitergehen, denn dann folgt 21 Tage nach der ersten Spritze für die bereits Geimpften die zweite Injektion.

Zu Nebenwirkungen durch das Vakzin sei es laut Gesundheitsamt bisher nicht gekommen. Der sogenannte mRNA-Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer wird vor Ort in den Heimen aufbereitet und die vorgeschriebene Menge von 0,3 Milliliter in den Oberarm gespritzt.

Senioren und Pflegerhaben Priorität

Nebenwirkungen können wie bei jeder Impfung auftreten und wurden in klinischen Studien bereits festgestellt: Aktuelle Zahlen beruhen etwa auf der Phase-3-Studie, dem Test des Impfstoffs im Vorfeld der Zulassung. Wie Biontech und Pfizer im November mitgeteilt hatten, seien dabei „keine schwerwiegenden Nebenwirkungen“ aufgetreten. Die häufigste Reaktion waren Schmerzen an der Einstichstelle, auch Müdigkeit, Kopf- oder Muskelschmerzen kamen vor. Für die Überwachung im Rahmen der breiten Anwendung des Vakzins zuständig ist in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Das soll potenzielle Risiken erfassen und sammelt Meldungen von Herstellern, Ärzten und Apotheken, aber auch von Patienten und Angehörigen. Der einfachste Weg dazu ist die Online-Plattform „nebenwirkungen.bund.de“ – von dem Meldeportal sollen die Informationen direkt an die zuständigen Behörden gehen. Außerdem soll über die Smartphone-App „SafeVac 2.0“ des PEI, über die Geimpfte zu Nebenwirkungen befragt werden können, neue Erkenntnisse zu Verträglichkeit und Risiken des Impfstoffs gewonnen werden. Da es derzeit noch nicht ausreichend Impfstoff gibt, sieht der Impfplan des Landes vor, dass die Bevölkerung phasenweise nach priorisierten Gruppen die kostenlose Impfung auf Wunsch erhalten kann.

In Phase 2 läuft mobiles Impfen weiter

Die am Sonntag gestartete Phase 1 umfasst Bewohner und Mitarbeiter in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie jenes Personal in den hessenweit sieben Covid-19-Schwerpunkt-Krankenhäusern, das sich unmittelbar um Corona-Patienten und besonders anfällige Kranke kümmert. Zu diesen Kliniken zählt auch das Uniklinikum Gießen-Marburg (beide Standorte), wo ebenfalls seit Sonntag Mitarbeiter geimpft werden, die sich dazu bereiterklärt haben. Wie UKGM-Pressesprecher Frank Steibli berichtet, wurden bereits am ersten Tag 150 Impfstoff-Dosen verbraucht, weitere Lieferungen folgen. „Wir impfen jetzt weiter bis zum 4. Januar.“ In Phase 2 läuft das mobile Impfen weiter, zudem gibt das Land Hessen dann – je nach Impfstoff-Vorrat – den Startschuss für die sechs regionalen Impfzentren. Das in Gießen gehört dazu, das in Marburg nicht. Wie ein Sprecher des hessischen Innenministeriums gegenüber der dpa bestätigte, habe der Bund dem Land ab Januar rund 49 000 Impfdosen pro Woche in Aussicht gestellt. Damit wäre dann eine Öffnung der sechs koordinierenden Impfzentren „im Laufe des Monats Januar 2021“ möglich. In Phase 3 sollen danach alle 28 Impfzentren in Hessen den Betrieb aufnehmen.

Von Ina Tannert und unserer Agentur

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