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Marburg Impf-Hausbesuche noch nicht möglich
Marburg Impf-Hausbesuche noch nicht möglich
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13:58 12.01.2021
Eine Mitarbeiterin eines Impfzentrums spritzt einer Frau eine Impfdosis gegen das Coronavirus. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild
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Marburg

Heute startet hessenweit die Anmeldung für jene Risikogruppen, die sich für eine Corona-Schutzimpfung freiwillig anmelden wollen. Das Land will 400 000 Senioren über 80 Jahre anschreiben, die laut Innenministerium in dieser Woche einen entsprechenden Brief samt Informationen zum Impfablauf erhalten sollen. Da der Impfstoff weiter knapp ist, werden Termine vorerst nur für die nächsten drei Wochen vergeben.

In dem Schreiben teilt das Land mit, dass sich Senioren bei Bedarf auch ins Impfzentrum begleiten lassen können, verweist zudem auf lokale Fahrdienste der Kommunen. Diejenigen, die den Weg nach Gießen nicht auf sich nehmen wollen, könnten auch die Öffnung der lokalen Impfzentren abwarten.

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Doch was machen Senioren, die nicht im Altenheim, sondern im eigenen Zuhause etwa von Angehörigen gepflegt werden und nicht in der Lage sind, ein Impfzentrum aufzusuchen? Davon berichtet haben auch OP-Leser, die sich fragen, wie und wann sie an eine Schutzimpfung für ihre Angehörigen kommen.

Noch keine Impfungen zu Hause

Laut Innen- und Gesundheitsministerium können sich nicht-mobile Senioren der priorisierten Gruppen auch zu Hause impfen lassen – anscheinend jedoch noch nicht in den nächsten Wochen. Zu Heim-Impfungen gibt es bei dem Schreiben des Landes auch ein Formular. „Sie werden dann erfasst und zu Hause geimpft. Dies wird jedoch angesichts knapper Impfstoffmengen leider noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, heißt es dort. Es werde „noch einige Wochen“ dauern, bis Hausbesuche durch mobile Impfteams erfolgen könnten. Mit der Unterschrift zur Anmeldung bestätigen die Angeschriebenen auch, dass ihnen das bewusst ist.

Noch ist auch nicht ganz klar, wie ein häuslicher Impftermin dann einmal ablaufen wird und kann: Denn der Impfstoff darf nach letztem Stand, sobald er einmal aufbereitet wurde, nicht weiter transportiert werden. Wie das Gesundheitsamt des Kreises bereits erläutert hatte, wird der flüssige, konzentrierte Wirkstoff gegen Covid-19, der in kleinen Ampullen stark gekühlt geliefert wird, vor Ort mit Kochsalzlösung vermischt. Daraus entstehen dann fünf bis sechs Impfdosen pro Fläschchen, die Mischung ist aber sehr sensibel.

Impf-Hausbesuche sind später auch in Marburg-Biedenkopf geplant, „allerdings sind mit dem aktuell zur Verfügung stehenden Impfstoff Einzelbesuche nicht möglich, da der fertig angemischte Impfstoff nicht transportiert werden darf, eine Ampulle jedoch den Grundstoff für fünf Einzeldosen enthält, die bei Öffnung auch verimpft werden müssen“, berichtet der Landkreis auf Nachfrage. Wie das Land das künftig regeln wird, steht noch aus.

Laut Kreis-Pressestelle haben Stand gestern in Marburg-Biedenkopf mehr als 3 000 Menschen eine Corona-Schutzimpfung erhalten. Die Priorität liege weiterhin auf den Altenpflegeheimen, wo neben den Kliniken die Impfungen laufen. „Der erste Impfdurchgang in den Alten- und Pflegeheimen wird mit Stand jetzt bis zum Ende der Woche abgeschlossen sein. Hieran wird sich direkt der zweite Durchgang anschließen“, teilt die Pressestelle mit. Danach folgen dann zunächst die Einrichtungen der Stationären Wiedereingliederung.

Das Impfzentrum in Heuchelheim öffnet am 19. Januar und ist neben dem Landkreis Gießen, dem Wetteraukreis und Lahn-Dill-Kreis auch für Marburg-Biedenkopf zuständig. Der Landkreis weist gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz Mittelhessen und der Johanniter-Unfall-Hilfe – Regionalverband Mittelhessen darauf hin, dass Impftermine weiterhin ausschließlich vom Land Hessen und derzeit nur für die priorisierten Gruppen vergeben werden.

Zu diesen Gruppen gehören Personen, die

1. das 80. Lebensjahr vollendet haben.

2. in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind.

3. im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen.

4. in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus Sars-CoV-2 tätig sind.

5. in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 besteht.

Die Anmeldung für einen Impftermin ist ab heute, 8 Uhr, möglich. Termine können unter der Telefonnummer 116 117 sowie über die Website www.impfterminservice.de vereinbart werden.

Von Ina Tannert

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