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Marburg Immo-Preise: So schneidet die Oberstadt im Altstadt-Vergleich ab
Marburg Immo-Preise: So schneidet die Oberstadt im Altstadt-Vergleich ab
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07:58 21.06.2021
Die Oberstadt ist beliebt.
Die Oberstadt ist beliebt. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Mieten, kaufen, wohnen? In der Oberstadt müssen Eigentümer im Durchschnitt 21 Jahresnettokaltmieten zahlen, bevor das Wohneigentum tatsächlich ihnen gehört, es abbezahlt ist. Das geht aus einer aktuellen Berechnung des Immobilienportals „McMakler“ hervor. Dort wurden die Miet- und Kaufpreise der 30 attraktivsten Altstädte in Deutschland untersucht. Demnach lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis in dem Marburger Stadtteil im vergangenen Jahr bei etwa 2600 Euro, der Mietpreis bei 10,30 Euro pro Quadratmeter.

Das deckt sich in etwa mit den jüngsten Daten des städtischen Gutachterausschusses. Dieser gab die Miethöhe mit rund 10 Euro - bei durchschnittlicher Wohnungsgröße von 60 Quadratmetern - und den Kaufpreis mit 2500 Euro an. Die Werte des Gutachterausschusses gelten als sicher, da sie auf tatsächlichen Verträgen und nicht nur auf Immobilien-Angeboten oder Modellen beruhen.

Abgesehen davon, dass Oberstadt-Immobilien in den vergangenen Jahren selten verkauft wurden, sind sie auch offenkundig nicht die begehrtesten, auch nicht die teuersten in der Universitätsstadt. Das sind vielmehr Weidenhausen (3500 / 12), Südviertel (3000 / 10,50) und das Gebiet rund um die Blindenstudienanstalt und An der Haustatt ebenfalls weit jenseits der 3 000-Euro-Kauf- und nahe der 10- Euro-Miet-Marke. Der „McMakler“-Vergleichsfaktor ergibt sich, indem der Kaufpreis durch die Jahreskaltmiete geteilt, so eine Rangfolge erstellt wird. Und demnach bewegt sich Marburgs Oberstadt auf dem Kaufpreis-Niveau der Altstädte von Weimar und Nördlingen, liegt vor Rotenburg ob der Tauber und weit vor Alsfeld (16 Jahresnetto-Kaltmieten), aber insgesamt auf Rang 22 von 30. Heißt: Nur in acht deutschen Altstadt-Bezirken geht es rechnerisch schneller, Eigentum abzubezahlen als in der Oberstadt. Bei isolierter Betrachtung des Mietniveaus sieht das anders aus, da liegt Marburg in den Top-Ten der historischen Stadtteile. Geht man nur nach Quadratmeter-Kaufpreis, liegt die Universitätsstadt auf Platz 14 von 30. Ganz vorne stehen Merseburg, Konstanz, Passau, Regensburg, Bamberg, Lübeck, Freiburg, Koblenz, Heidelberg und Nürnberg, wo Käufer rechnerisch zwischen 34 und 24 Jahresnetto-Kaltmieten aufbringen müssen, bis sie eine Immobilie ihr Eigentum nennen können. Das Urteil: In Marburgs Oberstadt lohnt sich der Immobilienkauf zwar, die wirklich interessanten Renditemöglichkeiten finden sich aber in anderen deutschen Altstädten. Felix Jahn, Mc-Makler-Chef, sagt: „In Altstädten verbergen sich Geheimtipps, in denen ein Immobilienerwerb durchaus lohnt. Die Gründe dafür sind sicherlich vielschichtig, für Kaufinteressenten bieten sich jedenfalls zahlreiche Chancen.“

Wie „McMakler“ selbst einschränkt: Die Auswahl der 30 untersuchten Altstädte basiert auf verschiedenen Städterankings von Online-Reiseportalen.

Von Björn Wisker

20.06.2021
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