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Marburg Zahl an Testzentren sinkt
Marburg Zahl an Testzentren sinkt
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15:00 16.07.2022
Ein Mitarbeiter einer Apotheke hält ein Teststäbchen für einen Corona-Schnelltest durch die Öffnung einer Scheibe. Wer an einer Teststelle einen Corona-Test möchte, muss nun einen Grund dafür angeben.
Ein Mitarbeiter einer Apotheke hält ein Teststäbchen für einen Corona-Schnelltest durch die Öffnung einer Scheibe. Wer an einer Teststelle einen Corona-Test möchte, muss nun einen Grund dafür angeben. Quelle: Peter Kneffel
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Marburg

Die seit Juli gültige neue Coronavirus-Testverordnung des Bundes hat für Aufregung und Unsicherheit bei Betreibern von Corona-Testzentren wie Kunden gesorgt. Lichtet sich nun das Netzwerk an Teststellen im Landkreis, während die Inzidenz weiter steigt? Ein Stück weit schon, denn es gibt weniger Anreize für den Betrieb von Testcentern, von denen einige bereits im Rahmen der Neuregelung dicht gemacht haben.

Der Bund hatte beschlossen, dass kostenlose Bürgertests nicht mehr für alle, sondern seit diesem Monate nur noch konzentriert zum Schutz vulnerabler Gruppen angeboten werden.

Bei Bürgertests für andere Zwecke fällt ein Selbstkostenanteil an. Zugleich wurden die Vergütungen für Teststellen reduziert. Wie viele Teststellen – also Corona-Testcenter und als Teststellen registrierte Arztpraxen – gibt es in Marburg-Biedenkopf noch? Wie der Landkreis auf Nachfrage mitteilt, sind dem Gesundheitsamt aktuell 49 Teststellen (inklusive Arztpraxen) bekannt. Ohne Arztpraxen wären das 33 Teststellen.

Wer zahlt wann?

Anspruch auf einen kostenlosen Bürgertest haben folgende asymptomatische Personen oder Personengruppen:

• die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (etwa Schwangere im ersten Trimester)

• die an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus teilnehmen

• bei denen ein Test zur Beendigung der Quarantäne erforderlich ist

• Besucher/Behandelte/ Bewohner in stationären oder ambulanten Pflege- und Krankeneinrichtungen

• pflegende Angehörige

Haushaltsangehörige von nachweislich Infizierten

Eine Eigenbeteiligung von3 Euro fällt in folgenden Fällen an: Bei einer roten Corona-Warn-App, vor dem Besuch einer Veranstaltung oder beim geplanten Kontakt zu einer Person über 60 oder die zu einer Risikogruppe zählt

Patienten mit Symptomen sollten sich beim Arzt testen lassen

Heimische Anbieter machen weiter

Sowohl die Anzahl wie die Öffnungszeiten haben sich reduziert. Vor knapp zwei Wochen waren es noch zehn Anlaufstellen mehr. Gründe für die Schließungen sind die Änderung der Testverordnung, aber auch die nachlassende Nachfrage nach Tests. Von einigen Anbietern sei bekannt, dass sie ihre Teststellen unverändert weiterbetreiben werden – darunter auch Anbieter, die bereits über viele Teststellen in Marburg-Biedenkopf verfügen. Aktuell laufe laut Kreis zudem eine Abfrage bei den Anbietern, um sich einen aktuellen Über- und Ausblick der Testangebote zu verschaffen. Das Versorgungsnetz wird also dünner. Möglichkeiten, selber die Test-Kapazitäten zu erhöhen und die Lücken zu schließen, indem Dritte mit dem Betrieb von Testcentern beauftragt werden, hat der Landkreis dabei nicht mehr: Das werde seit Juli durch die Test-Verordnung ausgeschlossen.

„Eine Erhöhung der Testkapazitäten und regionale Lückenschlüsse sind jedoch durch gesetzliche Leistungserbringer wie Rettungs- und Hilfsorganisationen oder Apotheken weiterhin möglich“, heißt es in der Mitteilung. Mit diesen befinde sich der Kreis „im engen Austausch“. Die Bereitschaft der Leistungserbringer, im Landkreis ein strukturell ausreichendes Testangebot vorzuhalten, werde allerdings als groß wahrgenommen. Das hatten zuvor auch heimische Anbieter wie die Johanniter Unfallhilfe und die Altenhilfe St. Elisabeth gGmbH bestätigt, die ihre Teststellen im Sinne der Versorgungssicherheit weiter offen halten.

Von Ina Tannert

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