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Marburg Klassiker kommen doch noch auf die Bühne
Marburg Klassiker kommen doch noch auf die Bühne
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19:00 09.01.2022
Der moderne Klassiker „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch soll am 29. Februar Premiere feiern.
Der moderne Klassiker „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch soll am 29. Februar Premiere feiern. Quelle: Foto: Jan Bosch
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Marburg

Das Hessische Landestheater spielt. Zum Start ins neue Jahr noch nicht in Volllast, aber immerhin. Heute ist das Öko-Stück „Die Botschaft der Baumfrau“ im Theater am Schwanhof zu sehen, am morgigen Sonntag sprechen Absolventen und Absolventinnen der Kunstuniversität Graz vor. Und nächste Woche stehen Jürgen Helmut Keuchels „Schneckenweisheiten“ und Christian Frankes „Hannah! Das Erwachen eines politischen Bewusstseins“ auf dem Programm.

Das tolle Spielzeit-Eröffnungsstück „Amsterdam“ steht am 18. Januar auf dem Spielplan und auch die ersten Premieren des neuen Jahres werfen ihre Schatten voraus – wenn die Corona-Pandemie es zulässt.

Das Stück nach dem unvollendeten Roman „Bilder deiner großen Liebe“ des viel zu früh verstorbenen Schriftstellers Wolfgang Herrndorf hat am 22. Januar Premiere. Der „Tschick“-Autor, Maler und Illustrator nahm sich 2013 wegen seiner schweren Erkrankung das Leben.Und am 29. Januar kommt ein moderner Klassiker im Theater am Schwanhof auf die Bühne: Max Frischs „Biedermann und die Brandstifter“. „Endlich!“, heißt es im Leporello des Januar-Programms, denn der „Biedermann“ sollte eigentlich schon in der vergangenen Spielzeit Premiere feiern, die aber wegen der Corona-Pandemie ausfiel.

Und was wünschen sich die beiden Intendantinnen des Hessischen Landestheaters für das Jahr 2022? Eva Lange und Carola Unser denken erst einmal an andere: „Wir wünschen uns, dass die Ärztinnen und Ärzte, die Pflegerinnen und Pfleger außerordentliche – auch finanzielle – Anerkennung bekommen, die sie verdienen, wir bedanken uns an dieser Stelle sehr herzlich, dass sie für uns alle ihre Arbeit tun“, teilten sie auf Anfrage der OP mit.

Dunkler Schleier über dem Land

Die Corona-Pandemie legt sich seit Frühjahr 2020 wie ein dunkler Schleier über das Land, trifft massiv insbesondere die Bereiche der Kulturszene, die live vor Publikum spielt, wie Theater oder Orchester und Bands. „Wir hoffen, dass die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Politikerinnen und Politiker, aber auch wir alle zusammen unseren Beitrag zum Schutz aller Menschen in dieser schwierigen pandemischen Zeit leisten“, so die Intendantinnen weiter.

„Und wir hoffen, dass – wenn vertretbar und möglich – die Kulturinstitutionen als Orte der Demokratie und der ästhetischen Bildung weiter für die Menschen und unser Miteinander da sein können. Und dass unser Publikum uns die Treue hält und den Mut, ins Theater zu gehen, nicht verliert beziehungsweise wiedergewinnt.“ Und was nehmen sie sich für 2022 vor? „Wir versuchen, zusammen mit allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten auch weiterhin für die Marburgerinnen und Marburger und alle Menschen aus Hessen Theatererlebnisse zu schaffen, die Herz und Seele erfreuen, den Kopf zum Denken anregen, Gemeinschaft stiften und gute Lebenszeit zu gestalten.“

Herz und Seele erfreuen soll ein weiteres Stück, das eigentlich im Winter 2020 als großes Weihnachtsmärchen geplant war und nun im Februar doch noch im Erwin-Piscator-Haus gezeigt werden soll: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ nach dem gleichnamigen tschechischen Filmklassiker wird nach den aktuellen am 26. und 27. Februar viermal im Erwin-Piscator-Haus gespielt.

Wenn man sich die Bilder anschaut aber in einer sehr modernen Version, die sich deutlich von dem Film abheben wird. Dennoch – für Familien mit Kindern ist dies ein toller Tipp.

Karten gibt es auf der Homepage des Hessischen Landestheaters: www.hltm.de.

Von Uwe Badouin