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Marburg Warum ein Fahrradhelm Leben retten kann
Marburg Warum ein Fahrradhelm Leben retten kann
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00:18 29.05.2019
Die Polizei hatte für Kinder einen Parcours aufgebaut. Quelle: Tobias Kunz
Marburg

Der Fußgängerüberweg am Leckereck: Hier mitten in der Innenstadt wechseln täglich hunderte Marburger die Straßenseite. Dabei achtet nicht immer jeder darauf, ob die Ampel Grün zeigt oder nicht. Am Mittwoch kontrollierte die Polizei bei einem Aktionstag das Verhalten schwächerer Verkehrsteilnehmer. Das Ergebnis: Obwohl auf beiden Seiten jeweils zwei Beamte standen, liefen innerhalb von zwei Stunden 15 Menschen bei Rot über die Straße.

Für Thorsten Samsa, Leiter des regionalen Verkehrsdienstes Marburg-Biedenkopf, überrascht das Resultat trotz der Dreistigkeit nicht. Täglich laufen unzählig viele Menschen bei Rot über die Straße, sagt er. Die „Rotsünder“ wurden von den Polizisten verwarnt. Insgesamt 14 Beamte waren zwei Stunden lang vor dem Erwin-Piscator-Haus im Einsatz.

Etwa jeder Zweite fuhr ohne Helm

Neben dem Verhalten der Fußgänger kontrollierten die Polizisten auch Fahrradfahrer. Etwa jeder Zweite fuhr ohne Helm, stellte Samsa fest. Der Helm ist zwar noch keine Pflicht, dafür aber sehr hilfreich, wie Samsa anhand eines Eis zeigte. In ­eine Styroporhülle eingepackt ließ er das Ei aus etwa einen Meter Höhe auf das Pflaster fallen. „Ein normaler Fahrradhelm ist im Prinzip auch nichts anderes“, sagte Samsa. Das Ei blieb in der Schutzhülle ganz – trotz mehrerer Versuche.

„Wir werden nicht jeden damit erreichen, aber wenn jeder Zweite umdenkt, haben wir verdammt viel erreicht“, sagte Samsa zur Aktion. Ein Radfahrer zeigte sich trotz Belehrung besonders uneinsichtig: Er fahre seit 50 Jahren ohne Helm, sagte der Marburger, und das werde er auch weiterhin tun.   

von Tobias Kunz