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Marburg Heimischer Spargel noch nicht zu Ostern erntereif
Marburg Heimischer Spargel noch nicht zu Ostern erntereif
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08:58 04.04.2021
Spargel aus der Region. Günter Jung auf dem Spargelfeld in Bellnhausen.
Spargel aus der Region. Günter Jung auf dem Spargelfeld in Bellnhausen. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

In Südhessen in der Gegend rund um Weiterstadt und auch in Unterfranken ist es bereits soweit: Der erste Spargel wurde gestochen, sodass auch Spargel aus aktueller deutscher Produktion zu Ostern in die Supermärkte kommt. Dabei betonen die Spargelproduzenten, dass aufgrund der frostigen Temperaturen Anfang März sich der Start der Spargelernte im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn Tage verzögert.

Spargel-Genießer müssen allerdings noch ein bisschen länger warten, wenn sie Spargel aus heimischer Produktion essen wollen. Frühestens Ende April oder Anfang Mai ist es soweit, wenn es um Spargel „made in Dagobertshausen“ geht, erzählt auf OP-Anfrage Spargelbauer Helfried Eden. Das war letztes Jahr seiner Erinnerung nach auch etwas früher, nämlich schon am 20. April. Eden betreut als landwirtschaftlicher Leiter des Hofguts Dagobertshausen die Spargelfelder in dem Marburger Stadtteil.

Angebaut wird seit 2013

Dort, wo früher vorwiegend Scherers Erdbeerfelder waren, wird jetzt bereits seit dem Jahr 2013 zusätzlich zu Erdbeeren auch das Stangengemüse geerntet. Anders als im klimatisch begünstigten Südhessen ist es in Mittelhessen nicht ganz so warm, und anstelle von Sandböden gibt es in Dagobertshausen „eher lehmige Böden“, wie Eden verrät. So ist der Boden für den Spargelanbau aus seiner Sicht zwar grenzwertig, aber die Produktion ist machbar.

Der Spargel von den Dagobertshäuser Feldern schmeckt wegen des lehmigen Bodens etwas süßer. Im Gegensatz zu den Sandböden in der Wetterau und anderen Spargelanbaugebieten hat der Dagobertshäuser Spargel so einen intensiveren Geschmack.

Warm und sonnig für den Spargel

Doch noch tut sich in Dagobertshausen wenig Sichtbares. Nach einer zwischenzeitlich eher feuchten Periode trocknet der Boden in diesem Jahr erst langsam. Wenn es nun auch in Mittelhessen kontinuierlich eine längere Zeit hintereinander warm und vor allem sonnig bleibt, dann beginnt das Spargel-Wachstum.

Dass es in diesem Jahr eher einen kalten Winter gegeben habe, das bedeute aber noch lange nichts für das Ausmaß der Spargelernte in diesem Jahr, betont Helfried Eden. Dieses hänge dann vor allem von Sonne und Temperaturen in der Ernteperiode ab. Der tägliche Ertrag könne dann zwischen 150 und 800 Kilogramm schwanken.

Fläche von fünf Hektar

In Dagobertshausen auf den Feldern steht mittlerweile eine Fläche von fünf Hektar, also immerhin 50.000 Quadratmetern, zur Verfügung. Damit könne man aber nicht mit den Größeren der Branche aus den klassischen Spargelanbaugebieten wie in Südhessen oder Brandenburg konkurrieren, weiß Helfried Eden. Das ist aber auch nicht der Anspruch der Spargelproduzenten vom Hofgut Dagobertshausen, die vor allem Spargel für den regionalen Weiterverbrauch produzieren.

Landwirt Helfried Eden vom Hofgut Dagobertshausen kontrolliert den Boden auf dem Spargelfeld. Noch ist es zu früh für den Spargel aus der Region. Quelle: Thorsten Richter

Frühestens ab Ende April, aber vielleicht auch erst ab Anfang Mai, werden nach Edens Schätzungen dann auch in Marburg die kleinen Büdchen wieder aufgebaut, an denen der Dagobertshäuser Spargel und voraussichtlich auch die Erdbeeren aus dem Anbau der daneben gelegenen Felder verkauft werden.

In Bellnhausen könnte es früher losgehen

Etwas früher könnte der Spargelverkauf aus heimischer Produktion schon bei Jungs aus Bellnhausen losgehen. So berichtet der dortige Landwirt Günter Jung im Gespräch mit der OP jetzt, dass er aufgrund der ersten richtig sonnigen Tage bereits begonnen habe, die schwarzen Abdeckfolien auf die Spargelfelder zu legen. Er hofft, dass mit ein bisschen Glück sein Spargel schon ab Mitte April verkauft werden könnte.

Spargel aus der Region: Günter Jung auf dem Spargelfeld in Bellnhausen. Quelle: Thorsten Richter

„Aber den heimischen Spargel zu Ostern gibt es nicht“, macht Jung im Gespräch mit der OP deutlich. Das ganz genaue Datum können Interessierte dann wie in den Vorjahren auch wieder der Homepage des Hofladens entnehmen.

1,5 Hektar für den Spargelanbau

Jung hat wenige Jahre nach den Dagobertshäusern mit der Spargelproduktion in heimischen Gefilden begonnen. Dabei wurde der Landwirt inspiriert von seiner Frau Margit, die aus dem Fränkischen stammt, wo es auch ein klassisches Spargelgebiet gibt. Mittlerweile sind es auch schon 1,5 Hektar, die im Südkreis im Fronhäuser Ortsteil Bellnhausen für den Spargelanbau zur Verfügung stehen.

Von Manfred Hitzeroth

03.04.2021