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Marburg Im Juni soll das 9-Euro-Ticket kommen
Marburg Im Juni soll das 9-Euro-Ticket kommen
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17:00 15.04.2022
Auch in den Bussen der Stadtwerke wird das 9-Euro-Ticket gelten.
Auch in den Bussen der Stadtwerke wird das 9-Euro-Ticket gelten. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Der Name „9 für 90“ ist bereits recht griffig – gemeint damit ist das 9-Euro-Ticket, das als günstiges Ticket für den öffentlichen Nahverkehr drei Monate – also 90 Tage lang – verfügbar sein soll. Am 1. Juni soll es starten – Bund und Länder ringen aber noch um ein Finanzpaket. In Länderkreisen war am Dienstag von schwierigen Verhandlungen die Rede. Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, fordern die Länder, dass der Bund eine Summe von insgesamt 5,6 Milliarden Euro zur Stützung und Stärkung des ÖPNV übernimmt.

Darin enthalten sind dann auch die Kosten für das geplante 9-Euro-Ticket. Dass der Bund die Kosten dafür übernimmt, ist unstrittig. In den Länderkreisen hieß es, schwierig seien vor allem die Verhandlungen über eine Summe von 1,5 Milliarden Euro – dieses Geld fordern die Länder, damit etwa gestiegene Energiepreise für die Verkehrsunternehmen kompensiert werden. Damit soll verhindert werden, dass ansonsten Ticketpreise erhöht werden müssen. Außerdem sollen die Regionalisierungsmittel steigen. Diese zahlt der Bund zur Finanzierung des Nahverkehrs.

Armbrüster: „Nicht schon jetzt vorhandenen Monats-Tickets kündigen“

Holger Armbrüster, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg, begrüßt die Einführung des kostengünstigen Monatstickets. „Allerdings sollten unsere Kunden nicht schon jetzt ihre vorhandenen Monats-Tickets kündigen“, sagt Armbrüster. Denn: Noch stehe nicht fest, wie die Umsetzung des vergünstigten Fahrscheins laufen solle. „Schon als vor einigen Wochen bekannt wurde, dass es das 9-Euro-Ticket geben soll, standen die Telefone in unserem Kundencenter nicht still“, sagt Armbrüster. Er bittet noch um ein wenig Geduld: „Sobald feststeht, wie Ausgestaltung und Umsetzung konkret aussehen, werden wir unseren Kunden dabei zur Seite stehen.“

Das günstige Ticket soll bundesweit gelten – allerdings könnte dies Einnahmeausfälle bei der bundeseigenen Deutschen Bahn zur Folge haben, weil dann Fahrgäste für weitere Strecken nicht den ICE, sondern Regionalbahnen nutzen.

Für Jobtickets und Semestertickets soll die Ermäßigung ebenfalls gelten.

Der Fahrgastverband Pro Bahn warnt allerdings schon vor den Auswirkungen: „Wir rechnen mit überfüllten Zügen auf touristisch beliebten Strecken“, sagte Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann der „Rheinischen Post“ (Mittwoch). „Dafür müssen mehr Züge bestellt werden.“ Noch besser wäre es seiner Ansicht nach übrigens, wenn das Ticket nicht nur für den Regionalverkehr gelte. „Fernpendler gehen leer aus, obwohl auch sie massiv unter den hohen Treibstoffkosten leiden.“

Von Andreas Schmidt und unserer Agentur

15.04.2022
15.04.2022