Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg So verliert der Infektionsherd Arbeitsplatz seinen Schrecken
Marburg So verliert der Infektionsherd Arbeitsplatz seinen Schrecken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:59 30.06.2022
Für Personal und Kundschaft gilt: Sicherheit und Infektionsschutz stehen an erster Stelle.
Für Personal und Kundschaft gilt: Sicherheit und Infektionsschutz stehen an erster Stelle. Quelle: Thorsten Richter
Anzeige
Marburg

Parkplatz: FFP2-Maske aufsetzen. Eingangsbereich: Hände desinfizieren. Sekretariat: Schnelltest-Set abholen. Schreibtisch: Maske absetzen, Wattestäbchen in die Nase, Testergebnis abwarten. Ein Streifen – alles ok, der Arbeitstag kann beginnen. Halt, Moment: Erst noch einmal gut durchlüften. Was da für die Kolleginnen und Kollegen zur werktäglichen Routine geworden ist, hat – wie die Beispiele auf dieser Seite zeigen – zwar nicht verhindern können, dass sich der eine oder die andere mit dem Coronavirus infiziert hat. Aber zumindest der potenzielle Infektionsherd Arbeitsplatz verlor und verliert während der Pandemie seinen Schrecken. Seit Kurzem finden wieder Meetings, Besprechungen und Konferenzen in Präsenz statt, nachdem sich die Belegschaft knapp zwei Jahre lang an Video-Schalten gewöhnt hatte, wenn es galt, die Teamarbeit zu planen, mit Interviewpartnern ins Gespräch zu kommen oder sich mit Kolleginnen und Kollegen anderer Medienhäuser auszutauschen. Mittlerweile ist der Parkplatz morgens wieder voll, doch nach wie vor gilt in den Innenräumen am Franz-Tuczek-Weg: Maske auf zum Gespräch.

In den Konferenzräumen stehen Luftreiniger, und meistens weht ein erfrischendes Lüftchen durch den Raum, egal, wie sehr die Köpfe gerade rauchen – klappt gut, solange die Außentemperaturen mitspielen.
Die Zeiten des mobilen Arbeitens sind nach Monaten verwaister Großraumbüros erst einmal wieder vorbei. Und obwohl niemand sicher voraussagen kann, was dann im Herbst im Zusammenhang mit Covid auf uns zukommt, deutet sich eines an: Die Arbeit in einem Medienhaus funktioniert besser, wenn sich die Kolleginnen und Kollegen von Angesicht zu Angesicht miteinander austauschen können, anstatt sich nur in der Welt von Zoom, Teams und anderen Videokonferenzformaten zu tummeln. Doch selbst wenn – was niemand wünscht – mobiles Arbeiten aus Hygienegründen irgendwann einmal wieder notwendig werden sollte: Die meisten Unternehmen haben aus den zurückliegenden Lockdown-Situationen gelernt, die digitale Infrastruktur stimmt, die Kommunikationswege sind erprobt.

Dass die derzeitige kollektive Gelassenheit im Umgang mit der Corona-Pandemie nur Bestand haben kann, wenn auch weiterhin am Arbeitsplatz wichtige Hygieneregeln eingehalten werden, ist unstrittig. Ebenso unstrittig dürfte die Prognose sein, dass auch in den kommenden Monaten morgens das Telefon klingeln wird und ein Kollege mitteilt, dass Schnell- und PCR-Test positiv waren. Dann heißt es, gute Besserung zu wünschen und mit der Personalsituation umzugehen – auch einer dieser Lerneffekte aus der Pandemie.

Von Carsten Beckmann

Marburg Erfahrungen - Wir hatten Corona
30.06.2022
29.06.2022