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Marburg Hunderte Kinder lernen schwimmen
Marburg Hunderte Kinder lernen schwimmen
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09:58 25.08.2021
Ein Junge nimmt an einem Schwimmkurs für Kinder teil.
Ein Junge nimmt an einem Schwimmkurs für Kinder teil. Quelle: Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa
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Marburg

Geschlossene Schwimmbäder während der Corona-Pandemie haben vor allem eines mit sich gebracht: Unzählige Kinder haben nicht gelernt zu schwimmen. Die Stadt Marburg hat daher in einer Schwimmoffensive gemeinsam mit Marburger Sportvereinen und der DLRG während der Sommerferien 19 zusätzliche kostenfreie Schwimmkurse angeboten. Der Bedarf ist hoch – die Kurse ausgebucht.

„Junge Menschen müssen lernen, sich sicher im Wasser zu bewegen. Schon lange vor Corona ist die Schwimmfähigkeit deutlich zurückgegangen, die Pandemie hat die Situation noch verschärft. Die Wartelisten sind lang und wir wollten schnelle Abhilfe schaffen – für die Sicherheit und Lebensqualität der Kinder“, erklärt Stadträtin und Sportdzernentin Kirsten Dinnebier. Die Kurse für junge Anfängerinnen und Anfänger werden in Kooperation mit den Marburger Schwimmvereinen und der DLRG angeboten. Vor allem während der Sommerferien finden viele zusätzliche Kurse statt.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte in ihrer Sitzung im Mai einstimmig beschlossen, entsprechende Angebote zur Verbesserung der Schwimmfähigkeit von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf den Weg zu bringen. Während der Sommerferien haben daher der VfL Marburg, die DLRG, der Marburger Schwimmverein und das Team der städtischen Bäder insgesamt 19 zusätzliche Kurse angeboten. „Ein großer Dank gilt allen Akteuren, die das möglich machen und Hunderten Kindern in wenigen Wochen das Schwimmen beibringen“, sagt Dinnebier. Größtenteils sind es ehrenamtliche Ausbilderinnen und Ausbilder, die den Schwimmunterricht ermöglichen.

21 Ausbilder - drei Kurse

Wie gut die Kurse besucht sind und wie der Schwimmunterricht läuft – davon hat sich Stadträtin Dinnebier bei einem Besuch im Hallenbad Wehrda ein Bild gemacht. Sie war bei einem der sechs Kurse dabei, die die DLRG derzeit anbietet. Jeweils Dienstag und Donnerstag übernehmen die 21 Ausbilderinnen und Ausbilder drei Kurse – für die Dauer von 12 Wochen. Dabei kümmern sich dort immer vier Personen um acht bis 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer pro Kurs. Schwimmen lernen allein bei der DLRG aktuell 62 Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis neun Jahren.

„Einem Großteil haben wir das Seepferdchen schon abgenommen“, sagt Marc Smutny, Ausbildungsleiter von der DLRG. Viele Eltern hätten mit ihren Kindern schon geübt, um ihnen die Angst vorm Wasser zu nehmen. „Das ist eine wichtige Voraussetzung, um Schwimmen zu lernen“, ergänzt Rudolf Zinser, Zweiter Vorsitzender der DLRG. Zum Erfolg habe auch beigetragen, dass die Kinder zwei Mal pro Woche kommen, statt nur einmal, berichten einige der Ausbilder. Für die zusätzlichen Kurse hat die DLRG für die Dauer der Ferien alle anderen Angebote ausgesetzt.

Nach den Sommerferien soll es weitergehen, betont Dinnebier. Dafür brauche es mehr Ausbilder. „Wir wollen, dass in Marburg ein Kurs für Schwimmausbilder durch den Hessischen Schwimm-Verband stattfindet.“ Die Stadt kooperiere auch mit dem Institut für Sportwissenschaft der Philipps-Universität. Studierende sollten qualifiziert werden, um beispielsweise in Schulen in den Jahrgangsstufen drei bis sechs Lehrkräfte zu unterstützen. „Das Niveau in Schulklassen ist oft sehr unterschiedlich, deswegen muss es möglich sein, einzeln betreute Kleingruppen zu bilden“, sagt die Stadträtin. Aber auch in den Kursen der Sportvereine könnten die zusätzlichen Kräfte von der Uni zum Einsatz kommen.

„Mein Wunsch wäre, dass im Zeugnis eines jeden Kindes am Ende der Grundschule Seepferdchen- und Bronze-Abzeichen steht“, sagt die Stadträtin. Bronze sei ein Minimum für eine sichere Schwimmfähigkeit. Die sei gerade bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien oft nicht gegeben. Das wolle man mit dem kostenfreien Angebot an alle Kinder ausgleichen, um auch Badeunfälle zu verhindern. Ziel sei zudem, die Schwimmfähigkeit aller Schulkinder systematisch zu erfassen.

Von unseren Redakteuren