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Marburg Höftberger: „Es gibt keinen Investitionsstopp am UKGM“
Marburg Höftberger: „Es gibt keinen Investitionsstopp am UKGM“
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13:00 14.10.2021
Für die Psychiatrie am Ortenberg gibt es laut Dr. Christian Höftberger einen mit dem Stadtplanungsamt vorabgestimmten Entwurf eines Neubaus.
Für die Psychiatrie am Ortenberg gibt es laut Dr. Christian Höftberger einen mit dem Stadtplanungsamt vorabgestimmten Entwurf eines Neubaus. Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Marburg

Aus UKGM-Kreisen heißt es gegenüber der OP, dass Asklepios, neuer Eigentümer der Rhön-Klinikum AG und somit auch der beiden UKGM-Standorte, für beide Häuser einen Investitionsstopp verhängt habe. So müsse in Marburg dringend investiert werden – angeblich, so der Insider, beliefen sich Kostenschätzungen alleine zur Ertüchtigung des Brandschutzes im ersten Bauabschnitt des Klinikums auf 29 Millionen Euro. Auch ein OP sei stillgelegt.

Dr. Christian Höftberger, Vorstandsvorsitzender des Rhön-Konzerns, dementiert diesen Investitionsstopp. Vielmehr seien an beiden Standorten dieses Jahr bereits „umfangreiche Investitionsmaßnahmen“ in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags – vorwiegend aus Eigenmitteln – umgesetzt worden. „Richtig ist allerdings auch, dass es die Preissteigerung im Bau- und Investitionsbereich notwendig macht, einige Projekte in eine absehbar wieder normalere Preisphase zu verschieben“, erläutert er.

Veränderten Nachfrageverhalten

Man müsse bei einzelnen Projekten eine Anpassung der bisherigen Planungen „an absehbar neue gesetzliche Rahmenbedingungen wie etwa die zunehmende Ambulantisierung operativer Maßnahmen vornehmen“ und auch die Lehren aus dem veränderten Nachfrageverhalten durch Corona einpreisen. In Marburg stehe die Fertigstellung der neuen Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Ortenberg kurz bevor – durch den Rohstoffmangel im Bausektor liege man etwas hinter dem Zeitplan zurück, rechne aber mit der Eröffnung im ersten Quartal 2022.

Für die Klinik für Psychiatrie am Standort Marburg liege ein mit dem Stadtplanungsamt vorabgestimmter Entwurf eines Neubaus vor, „der Ende Oktober im Gestaltungsbeirat der Stadt Marburg vorgestellt wird. Auch hier gehen wir bei entsprechenden Entscheidungen der Stadt Marburg von einem zeitnahen Baubeginn aus“, so Höftberger.

Neubau wird neu geplant

Im ersten Bauabschnitt auf den Lahnbergen seien die neuen Intensivstationen in Betrieb gegangen „und haben sich während der Corona-Pandemie sehr bewährt“.

Mit dem Land geklärt werden müsse noch, „ob wir die Intensivstation 1 kurzfristig noch umbauen müssen, obwohl sie derzeit nicht benötigt wird“. Und: Ja, im Zentral-OP A im ersten Bauabschnitt gebe es einen geschlossenen Saal – doch könne man derzeit mit durchschnittlich 16 OP-Sälen den Bedarf gut abdecken.

„Nachdem sich im Verlauf eines Zeitraums von zwei Jahren gezeigt hat, dass unsere bisherige Neubauplanung etwas zu groß dimensioniert war“, werde sie vom Architekturbüro neu überplant – erwarteter Umbaubeginn: Anfang kommenden Jahres.

Die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie operiere derzeit und künftig schwerpunktmäßig im 2011 neu gebauten Zentral-OP B im dritten Bauabschnitt und könne auch während der Umbauphase auf OP-Kapazitäten im Zentral-OP A zugreifen. „Derzeit sind es nicht mangelnde investive Mittel, die immer wieder zu OP-Saal-Knappheit führen, sondern der bundesweite Mangel an OP- und Anästhesiefunktionspersonal. Hier gibt es leider auch bei uns eine Reihe von derzeit unbesetzten Stellen, die wir gern jederzeit nachbesetzen möchten und so intensiv rekrutieren“, verdeutlicht Höftberger.

Ein großes Investitionsprojekt sei die Modernisierung der Klinik für Radiologie, wo in den vergangenen 18 Monaten nicht nur ein neues MRT, sondern auch ein hochmodernes „fahrbares CT“ mit entsprechenden baulichen Modernisierungen in Betrieb gegangen sei.

Von Andreas Schmidt und Till Conrad

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