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Marburg Höchste Eskalationsstufe erreicht
Marburg Höchste Eskalationsstufe erreicht
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18:25 21.10.2020
Ein Patient lässt vor einer Arztpraxis einen Abstrich für einen PCR Corona-Test machen. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
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Marburg

Damit hat Marburg-Biedenkopf die fünfte von fünf Stufen des Eskalationskonzeptes des Landes zur Eindämmung des Corona-Virus erreicht. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionsfälle seit Beginn der Pandemie beträgt 830. Das Gesundheitsamt betreut derzeit 210 aktive Fälle (+1). Die Zahl der Genesenen ist um 22 auf 615 Fälle gestiegen. Die Zahl der im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion Verstorbenen beträgt weiterhin fünf. Von den aktiven Fällen werden aktuell sechs Personen stationär behandelt, davon benötigt eine Person weiterhin eine intensivmedizinische Betreuung.

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage (Inzidenz) im Landkreis Marburg-Biedenkopf liegt aktuell bei 79,5 ist also um 5,3 im Vergleich zum Vortag gestiegen. Damit gilt für Marburg-Biedenkopf die fünfte von insgesamt fünf Stufen des Eskalationskonzepts der Landesregierung zur Eindämmung des Corona-Virus.

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Unmittelbare Auswirkungen hat diese Entwicklung zunächst nicht. „Wir verfallen jetzt nicht in Aktionismus sondern bleiben besonnen und beobachten zunächst sehr aufmerksam die weitere Entwicklung, insbesondere ob die jetzt getroffenen Entscheidungen und bereits eingeleiteten Maßnahmen Wirkung entfalten. Hierfür brauchen wir Geduld“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow. Angst und Panik seien schlechte Ratgeber. Gezielte Maßnahmen dort, wo sie notwendig sind, seien die beste Strategie. Der Kreis stehe auch in engem Kontakt zur Landesregierung und stimme die Entwicklung und die Maßnahmen laufend mit dem Planungsstab im Sozialministerium ab. Auch werde der Corona-Koordinierungsstab der Kreisverwaltung erneut zusammentreten, um die aktuelle Entwicklung zu erörtern und, falls erforderlich, auch weitere Maßnahmen auf den Weg zu bringen.

Ausbruch in Alten-Pflegeeinrichtung

Das Gesundheitsamt ist außerdem mit einem Corona-Ausbruch in einer Alten-Pflegeeinrichtung in Kirchhain beschäftigt. Dort wurde in einem Wohnbereich bei neun Bewohnerinnen und Bewohnern sowie drei Mitarbeitenden eine Infektion mit dem Corona-Virus nachgewiesen (Die OP berichtete). Den Betroffenen geht es den Umständen entsprechend gut, sie zeigen keine oder nur leichte Symptome und können zunächst weiter in der Einrichtung betreut werden. Nach bisherigem Erkenntnisstand scheidet ein Besuchskontakt als Infektionsquelle aus.

Der betroffene Wohnbereich mit insgesamt 50 Bewohnerinnen und Bewohnern wurde isoliert. Im anderen Wohnbereich der Einrichtung mit 38 Bewohnerinnen und Bewohnern wurde bisher noch kein Fall nachgewiesen. In Abstimmung mit Gesundheitsamt hat die Leitung der Einrichtung eine Besuchseinschränkung für die gesamte Einrichtung verhängt. Besuche sind nur in Einzelfällen und nur in Abstimmung mit der Leitung der Einrichtung möglich. Zudem hat das Gesundheitsamt die Schutzausrüstung der Mitarbeitenden in der Einrichtung angepasst. Auch werden alle 125 Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitenden getestet.

 „Es gilt nach wie vor, dass alle dazu beitragen können, die Infektionsrisiken zu verringern: Kontakte reduzieren, Abstand halten, Maske tragen, Lüften und Hygieneregeln beachten. Die Einhaltung dieser einfachen Regeln ist das A und O“ betonte der Erste Kreisbeigeordnete. Er verglich die aktuelle Situation mit dem Anlegen des Sicherheitsgurtes beim Autofahren: „Darüber müssen wir auch nicht mehr nachdenken, das macht jeder automatisch. Es ist eine bewährte Sicherheitsmaßnahme, die zur Selbstverständlichkeit geworden ist und die niemand in Frage stellt“, sagte Zachow. Abstand, Hygiene, Lüften und Maske seien in der Pandemie der Sicherheitsgurt, der dazu beitrage, das Risiko zu verringern und die Sicherheit zu erhöhen.

 

20.10.2020
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