Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Hinter Kreisgrenze greifen Ausgehsperren
Marburg Hinter Kreisgrenze greifen Ausgehsperren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:08 23.12.2020
Polizisten laufen in der Nacht in einem Dresdner Stadtteil Streife und kontrollieren die Einhaltung der Ausgangssperre. Quelle: Robert Michael/dpa
Anzeige
Marburg

Unmittelbar an den Landkreis Marburg-Biedenkopf angrenzende Landkreise haben schon erste Erfahrung mit nächtlichen Ausgangssperren gemacht. Das Eskalationskonzept des Landes sieht die nächtliche Ausgangssperre verpflichtend vor, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz eines Landkreises an drei Tagen in Folge über 200 liegt.

Dirk Wingender, Sprecher des Landkreises Gießen sagt: „Der Landkreis Gießen hat darauf reagiert und mit einer Allgemeinverfügung am 13. Dezember die Ausgangssperre in Kraft gesetzt. Sie wurde mittlerweile durch eine weitere Allgemeinverfügung verlängert bis 12. Januar.“ Das ist schon eine lange Zeit im Vorgriff, wieso nur?

Anzeige

„Das Eskalationskonzept des Landes sieht vor, dass die Beschränkung erst wieder aufgehoben werden kann, wenn an fünf Tagen in Folge die Inzidenz wieder unter 200 liegt“, sagt Wingender.

Und weiter: Mit Blick auf Silvester hat das Land Anfang dieser Woche für die Landkreise mit Inzidenz über 200 noch einmal eine Präzisierung mitgeteilt: Wenn „zwischen den Jahren“ gegebenenfalls weniger Tests beziehungsweise weniger Laborauswertungen erfolgen, könnte dies dazu führen, dass Inzidenzen sinken – obwohl tatsächlich die Zahl der Neuinfektionen nicht zurückgeht.

Inzidenz von Weihnachten gilt bis Neujahr

Daher darf zunächst bis nach Neujahr die Inzidenz der Weihnachtsfeiertage unterstellt werden, wenn es um die nötigen Vorkehrungen zum Infektionsschutz geht. „Daher gehen wir davon aus, dass die Ausgangssperre auch an Silvester ohne Ausnahme ab 21 Uhr gilt“, so der Sprecher aus Gießen.

Die Ausgangssperre wurde in Gießen immer wieder überprüft. In einer Nacht waren drei Autofahrer und zwei Fußgänger ohne triftigen Grund unterwegs, in einer anderen Nacht acht Personen. Eigentlich wurden die Menschen nur auf ihr Fehlverhalten hingewiesen, doch ein offensichtlich völlig uneinsichtiger Autofahrer aus Frankfurt bekam dann doch eine Anzeige.

Nicht ganz so genau nahmen es bei einer Kontrolle tagsüber fast 30 Personen, die in der Stadt ohne Mund-Nasen-Schutz unterwegs waren. 16 Personen wurden mündlich verwarnt. Gegen zwölf Personen, die uneinsichtig waren, wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg gilt eine nächtliche Ausgangssperre seit dem 21. Dezember. Sie gilt zunächst bis zum 4. Januar. In Korbach kam es zuvor dazu, dass Hinweisschilder zum dortigen Impfzentrum mit roter Farbe beschmiert wurden.

Im Schwalm-Eder-Kreis liegt die Inzidenz schon länger über 200. Seit dem 16. Dezember gelten dort die Regeln zur Ausgangssperre ab 21 Uhr. Sie werden nach einer Lockerung über die Weihnachtsfeiertage dann auch bis zum 10. Januar gelten. Obgleich so umzingelt ist die Inzidenz im Landkreis derzeit eher rückläufig. Und so sei der Kreis zwar aufmerksam, doch sei eine Ausgangssperre sei noch nicht absehbar, sagt Kreissprecher Stephan Schienbein.

Von Götz Schaub

Marburg Töpfereitradition - Eine Nische weniger
23.12.2020
23.12.2020
Marburg Literarisch-musikalisches Programm - „Beckers Weihnachten“ ist online
23.12.2020