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Marburg Lastwagen mit Hilfsgütern fuhr in Partnerstadt
Marburg Lastwagen mit Hilfsgütern fuhr in Partnerstadt
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13:34 04.08.2020
Pakete für den Marburger Hilfstransport in die rumänische Partnerstadt Sibiu werden aufgeladen.
Pakete für den Marburger Hilfstransport in die rumänische Partnerstadt Sibiu werden aufgeladen. Quelle: Manfred Hitzeroth
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Marburg

Ein Transport von Hilfsgütern für Marburgs rumänische Partnerstadt Sibiu wurde in der vergangenen Woche in Marburg gepackt. Es handelte sich dabei um den Sommertransport. Das erläuterte Carola von Winterfeldt, Vorsitzende des Vereins „Hilfe für Sibiu“.

Inzwischen sei es seit einigen Jahren so, dass über den Verein pro Jahr jeweils zwei Hilfstransporte aus Marburg nach Sibiu geschickt werden – mitten im Sommer und dann am Ende des Jahres bei der klassischen „Weihnachtspäckchen“-Aktion.

Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, „Menschen in einem der ärmsten Länder Europa das Leben etwas zu erleichtern“, wie es im Vereinsflyer heißt. Dabei stehen momentan in Kooperation mit einem Sozialverein in Sibiu zwei Projekte im Mittelpunkt:

Einerseits die Hilfe bei der ambulanten Altenbetreuung, bei der 20 alleinstehende verarmte Menschen betreut werden. Zudem geht es um die Betreuung von jungen Schülern aus ärmsten Verhältnissen, die beispielsweise Schulmaterialien und Kleiderspenden erhalten.

320 Kartons mit Sachspenden

Jetzt wurde also in der vergangenen Woche wieder ein 40-Tonner bepackt. Beim Beladen des Lastwagens einer rumänischen Transportfirma, der sich zuvor auf den Weg nach Marburg gemacht hatte, halfen unter anderem drei syrische Flüchtlinge. Zudem war der Schwimmtrainer Manfred Hellmann dabei, der einige der aktiven Schwimmer und deren Eltern ebenfalls für die Sibiu-Hilfe begeistert hat.

So halfen beispielsweise die beiden Schülerinnen Hanna Schmidt-Dege und Teresa Dinges mit, die schon einmal bei einer Fahrt nach Sibiu mit dabei waren und Marburgs rumänische Partnerstadt aus eigener Anschauung kennen. Beide könnten sich vorstellen, in einigen Jahren bei der Sibiu-Hilfe auch noch intensiver mit dabei zu sein, sagten sie im Gespräch mit der OP.

Insgesamt wurden 320 Kartons mit Sachspenden eingepackt. Den größten Anteil der Lkw-Ladung nehmen die mehrere Hundert mit Kleidung gefüllten Bananen-Kartons ein, die in mühsamer Handarbeit gepackt wurden. „Somit ist sichergestellt, dass nur wirklich gute Kleidung in unsere Partnerstadt gelangt“, heißt es in einer Mitteilung auf der Homepage des Vereins.

Stadtverwaltung verteilt die Hilfsgüter

Aber auch Hilfsgüter für die Schulen wurden eingepackt: Dazu zählen Schulmöbel aus der Grundschule Edermünde sowie Tische und Stühle aus der Marburger Jugendherberge, elf Schultafeln aus der Steinmühle sowie sieben Beamer. Ebenso gesammelt wurden Rollstühle, Rollatoren und Gehhilfen. Die Hilfsgüter werden in Sibiu über die Stadtverwaltung an soziale Einrichtungen und Bedürftige weiter verteilt.

Unabhängig von der nach wie vor vorhandenen sozialen Hilfsbedürftigkeit in Sibiu ist auch die Pandemielage in der rumänischen Stadt nach wie vor ernst, berichtete Carola von Winterfeldt im Gespräch mit der Oberhessischen Presse. „Die Corona-Fälle nehmen zu und die Kliniken können keine Patienten mehr aufnehmen“, ergänzt Winterfeldt.

Die Fahrt des 40-Tonners Richtung Sibiu dauert rund anderthalb Tage. Nach der „Sommeraktion“ wird schon bald auch die Weihnachtsaktion vorbereitet. Dazu soll es im Herbst unter anderem einen Spendensammeltag sowie einen Second-Hand-Basar geben.

Von Manfred Hitzeroth