Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Stadt und Diakonie helfen Obdachlosen
Marburg Stadt und Diakonie helfen Obdachlosen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:58 11.02.2021
In der Städtischen Notübernachtung sowie der Tagesaufenthaltsstätte des Diakonischen Werks an der Gisselberger Straße finden wohnungs- und obdachlose Menschen Hilfe.
In der Städtischen Notübernachtung sowie der Tagesaufenthaltsstätte des Diakonischen Werks an der Gisselberger Straße finden wohnungs- und obdachlose Menschen Hilfe. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
Anzeige
Marburg

Wegen der Kälte hat auch die Stadt Marburg ihre Angebote für Obdachlose ausgeweitet. Die städtische Notübernachtung in der Gisselberger Straße ist auch tagsüber geöffnet, wie Patricia Grähling von der Pressestelle der Stadt auf OP-Anfrage mitteilte. Zwei bis vier Personen nutzten derzeit das Angebot.

Unterstützt werde die Stadt dabei auch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Tagesaufenthaltsstätte (TAS) der Diakonie, teilte die Stadt mit. Denn die Diakonie darf in der TAS derzeit wegen der Corona-Pandemie keinen Tagesaufenthalt anbieten.

Auch ein beheizbares Großzelt, das im Sommer wegen der Pandemie als Aufenthaltsstätte errichtet wurde, kann derzeit Corona-bedingt nicht genutzt werden. Essen und Getränke gibt es in der TAS derzeit nur zum Mitnehmen, teilte Alexander Becker vom Diakonischen Werk mit.

Montags bis freitags und sonntags bietet die TAS obdach- und wohnungslosen Menschen von 11 bis 15 Uhr eine warme Mahlzeit zum Mitnehmen, belegte Brötchen, Obst, Backwaren, heiße und kalte Getränke an – zum Teil gegen geringe Gebühr.

Die Betroffenen haben dort auch die Möglichkeit, zu duschen, Wäsche zu waschen und Ersatzkleidung zu bekommen, teilte das Diakonische Werk mit. Regelmäßig finden Arzt- und Zahnarzt-Sprechstunden statt. Zudem gibt die TAS Winterkleidung, Zelte, Isomatten und Schlafsäcke aus. Auch kostenlose Mund-Nasen-Schutze – medizinische Masken sowie FFP2-Masken – verteilt sie, um die Hilfesuchenden vor Corona-Infektionen zu schützen.

Nach Angaben des Diakonischen Werks nutzen täglich etwa 50 Menschen die verschiedenen Angebote für Wohnungs- und Obdachlose. Der größte Teil sei wohnungslos – das heißt, die Hilfesuchenden haben kein vertraglich abgesichertes Mietverhältnis oder Wohneigentum, leben aber nicht auf der Straße. Etwa 15 Hilfesuchende seien obdachlos gewesen, als sie sich an die Hilfseinrichtung wandten. Für diese Gruppe habe das Diakonische Werk die Wohnungsnotfallhilfe in den Wintermonaten erweitert – durch zwei Container als Schutzraum. „Seit wenigen Wochen können diese jeweils von einer Person genutzt werden“, teilte Becker mit. „Aktuell sind beide Container belegt.“

Beratung beim Diakonischen Werk findet am Fenster statt

In den städtischen Obdachlosenunterkünften sind laut Stadt noch Plätze frei. Mit Beginn der Pandemie habe die Stadt Zimmer für Obdachlose angemietet, um sie sicher und separat unterbringen zu können. Darüber hinaus hilft die Stadt Betroffenen auch, aus der Obdachlosigkeit herauszufinden: „Die Stadt Marburg unterstützt obdachlose Menschen generell dabei, eine Bleibe zu finden, wenn sie das wünschen“, teilte Grähling mit. „Da gibt es beispielsweise das ,Probewohnen für Obdachlose’.“ Das Diakonische Werk bietet wohnungs- und obdachlosen Menschen zudem eine Fachberatungsstelle an. Corona-bedingt findet die Beratung derzeit großenteils am Fenster statt – ansonsten mit FFP2-Maske und Mindestabstand.

Von Stefan Dietrich