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Marburg Heuschrecken fressen Menschen Nahrung weg
Marburg Heuschrecken fressen Menschen Nahrung weg
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20:58 02.05.2020
Zwei Mitarbeiter vom Katastrophenschutz gehen in einem Schwarm Wüstenheuschrecken. Der Osten Afrikas wird von der schwersten Heuschreckenplage seit 25 Jahren heimgesucht. Quelle: Patrick Ngugi
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Marburg

Viele Kleinbauern haben ihre Ernten nahezu vollständig verloren und stehen mit ihren Familien vor dem Nichts. Nahrungsmittelnothilfe ist daher dringend nötig, um die Zeit bis zur nächsten Ernteperiode zu überbrücken.

„Die Spendenbereitschaft nach unserem Aufruf hat uns positiv überrascht. Mehr als 50 000 Euro konnten wir schon für die Nothilfe unseres lokalen Partners Kelem bereitstellen“, sagt Leonie Dylla, Projektleiterin bei Terra-Tech. Für dieses Geld wurden Hilfsgüter wie zum Beispiel Saatgut angeschafft.

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Doch zunächst konnten die Helfer die Güter nicht übergeben. Denn die Hilfe wurde jäh unterbunden. „Aufgrund des Coronavirus wurden Versammlungs- und Reiseverbote in Äthiopien erlassen. Daher konnten wir keine der beschafften Hilfsgüter verteilen“, sagt Dylla.

Auch die Bekämpfung der Heuschrecken war im Land nicht wirkungsvoll möglich, die Einsatztrupps durften nicht in die betroffenen Regionen reisen. Dabei wäre ein Eingreifen nötig.

„In Distrikten wie Kallu, Tehuledere und Ambassel vermehren sich die Heuschrecken wieder. Zum Teil sind einhundert Prozent der reifen Pflanzen zerstört, auch die Jungpflanzen werden abgefressen“, sagt Abdulaziz Aragie, Geschäftsführer von Kelem.

Da die Situation in Nachbarländern wie Kenia ähnlich ist, zeichnen die Vereinten Nationen ein düsteres Bild. Ein Mitarbeiter warnt bereits, dass künftig 24 Millionen Menschen in Ostafrika ihre Familien nicht mehr ernähren können.

Für Äthiopien bedeutet dieses Szenario aktuell, dass die Kleinbauern, die bereits ihre Ernten verloren haben, derzeit kaum Hoffnung auf eine positive Zukunft haben. Zudem sind viele weitere Menschen von Ausgangssperren und wirtschaftlichen Folgen betroffen – insbesondere diejenigen, die als Tagelöhner ihr tägliches Brot verdienen müssen.

Doch mittlerweile gibt es auch gute Nachrichten. In Äthiopien wurden die Corona-Einschränkungen nun etwas gelockert. 842 Haushalte hat Terra-Tech inzwischen schon mit Hilfsgütern, wie Saatgut, versorgt.

Von unseren Redakteuren

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