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Marburg Klubszene strebt Netzwerk an
Marburg Klubszene strebt Netzwerk an
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16:00 17.09.2019
Hessische Festival- und Konzertveranstalter trafen sich im KFZ, um über die Gründung eines Verbands zu diskutieren. Quelle: Uwe Badouin
Marburg

Die bundesdeutsche Klubszene ist ziemlich bunt. Es gibt Discotheken, in denen DJs Musik auflegen, es gibt kleine Kneipen, in denen Singer-Songwriter auftreten, und es gibt Klubs wie die Frankfurter Batschkapp, wo fast täglich Konzerte von internationalen Bands stattfinden. Viele Klubs kennen sich irgendwie, verfolgen die Arbeit der anderen, arbeiten aber ansonsten komplett unabhängig.

LiveKomm ist eine Organisation mit Sitz in Hamburg, die sich als Verband der Musikspielstätten versteht und deren Interessen wahrnehmen will. Sie strebt nun einen Verband hessischer Live-Spielstätten an und hatte am Donnerstag zu einem Treffen ins KFZ eingeladen. 25 Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlichster Einrichtungen hatten den Weg nach Marburg gefunden – für das KFZ, den Kulturverein Bifroest und die Waggonhalle war es ein Heimspiel.

Der Schlachthof Wiesbaden war vertreten, das Burg Herzberg-Festival, das Festival Loshausen, die Kulturscheune Karben und viele andere. Es gibt die unterschiedlichsten Organisationsformen – von privat bis zum gemeinnützigen Verein. Viele Kulturveranstalter, insbesondere mit soziokulturellem Hintergrund, sind ohnehin schon organisiert im LAKS, der Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren in Hessen.

Schaden könne das nie, lautet der Tenor

Nun also die LiveKomm? Ist sie interessant für Kulturzentren wie Waggonhalle oder KFZ, die derzeit im Gegensatz zur Batschkapp oder dem Frankfurter Nachtleben noch gar nicht Mitglied bei LiveKomm sind? Interesse an einem Austausch unter den Clubs und Festivals signalisieren viele Teilnehmer des Treffens. Schaden könne das nie, lautete der Tenor.

Organisiert wurde die Veranstaltung von dem in Marburg aufgewachsenen Andreas Becker, der in der Hamburger LiveKomm-Geschäftsstelle arbeitet. „Es war ein gutes Treffen, sehr positiv“, meint Matthias Wussow vom KFZ. „Man kannte den ein oder anderen, viele aber auch nicht. Wir wollen uns jetzt erst einmal vernetzen und austauschen.“ Zum Thema Verbandsgründung sagte er: „Klar ist das für uns interessant.“

Andreas Becker verweist auf Erfahrungen aus Hamburg. „Es geht darum, auf politischer Ebene ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Live-Klubs eine kulturelle Bedeutung für die Städte haben und keine Spielcasinos sind.“ Die Frankfurter Klubs seien schon teilweise­ ­organisiert, aber noch ohne ­Verband und Geschäftsstelle. Anfang kommenden Jahres sei ein weiteres Treffen der hessischen Live-Musik-Spielstätten geplant.

von Uwe Badouin