Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Preis ist "Riesen-Motivation für das ganze Haus“
Marburg Preis ist "Riesen-Motivation für das ganze Haus“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:00 09.11.2019
Die weibliche Doppelspitze vom Hessischen Landestheater, Eva Lange und Carola Unser, freut sich über den Preis der Deutschen Theaterverlage. Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

Freude am Hessischen Landestheater: Der Preis der Deutschen Theaterverlage geht in diesem Jahr nach Marburg. Die Stiftung des Verbandes Deutscher Bühnen- und Medienverlage vergibt den Preis seit 2006. Jährlich im Wechsel würdigt der Preis die Förderung der Sprech- und Musikdramatik in Schauspiel oder Oper im deutschsprachigen Raum.

Das kleine Landestheater reiht sich ein in eine illustre Reihe: Ausgezeichnet wurden bislang unter anderem die Staatstheater Mainz, Nürnberg, Karlsruhe, das Nationaltheater Mannheim oder das Deutsche Theater Berlin. Es ist bereits der dritte Preis für das Landestheater in der Intendanz von Carola Unser und Eva Lange, die im Herbst vergangenen Jahres die Nachfolge von Matthias Faltz angetreten haben – nach dem Nachspielpreis für „Diese Mauer . . .“ und dem Preis für die Ausstattung von „Maria Stuart /Ulrike Maria Stuart“ bei den Hessischen Theatertagen in Kassel.

Und für den „Faust“, den deutschen Theater-Oscar ist das Landestheater ebenfalls nominiert für Carolin Mittlers Ausstattung des ­Stückes „Diese Mauer. . .“ Das Besondere am Preis der Deutschen Theaterverlage ist: Er wird nicht für eine besondere­ Inszenierung, sondern für die Gesamtleistung eines Theaters vergeben.

"Mut und künstlerische Strahlkraft"

In der Begründung der Jury heißt es: „Die Intendantinnen Eva Lange und Carola Unser haben in der Spielzeit 2018/19 mit Elan, Mut und künstlerischer Strahlkraft für Marburg und Umgebung die ­gemeinsame Leitung des Hessischen Landestheaters Marburg übernommen. Mit einer außergewöhnlichen kommunikativen Neugier, ansteckender Begeisterungsfähigkeit, Teamgeist und flachen Hierarchien entwickelten sie in kürzester Zeit ein so ­facettenreiches wie ambitioniertes Programm, das – unabhängig vom jeweiligen Format und Zielpublikum – immer den Anspruch verfolgt, unsere Zeit ­offen, kritisch und befragend ­gemeinsam mit dem Publikum zu reflektieren.“

Hervorgehoben­ wird von der Jury die enge ­Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Autorinnen und Autoren. Die weibliche Doppelspitze fördere zudem insbesondere Künstlerinnen, ohne dies explizit als Strategie zu kommunizieren. So forme „sich in Bezug auf Gendergerechtigkeit wie nebenbei eine neue Realität“.

„Wir freuen uns mega-mäßig“, sagte Intendantin Unser. „Das Besondere ist, dass wir als kleines Hessisches Landestheater überregional wahrgenommen werden. Der Preis ist eine Riesen-Motivation für das ganze Haus.“ Die erneute Auszeichnung wird auch gefeiert.

Bei der Weihnachtsfeier gebe „es ein paar Fläschchen Sekt“, versprach sie. Alle Preise sind umso bemerkenswerter, als das Marburger Theater personell eher schlecht ausgestattet ist. Die Nina-Simone-Hommage am Samstag etwa muss wegen einer Erkrankung in der technischen Abteilung abgesagt werden.

von Uwe Badouin