Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Nancy Faeser bleibt Parteichefin der Hessen-SPD
Marburg Nancy Faeser bleibt Parteichefin der Hessen-SPD
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:54 08.05.2022
Nancy Faeser (SPD), alte und neue Landesvorsitzende der SPD in Hessen, nach ihrer Wiederwahl auf dem SPD-Parteitag im Marburger Georg-Gassmann-Stadion.
Nancy Faeser (SPD), alte und neue Landesvorsitzende der SPD in Hessen, nach ihrer Wiederwahl auf dem SPD-Parteitag im Marburger Georg-Gassmann-Stadion. Quelle: Thorsten Richter, Gianfranco Fain
Anzeige
Marburg

Bundesinnenministerin Nancy Faeser bleibt Vorsitzende der hessischen SPD. Am Samstag (7. Mai) gaben ihr 281 der 298 Delegierten des Parteitags im Georg-Gassmann-Stadion ihre Stimme, was einem Votum von 94,3 Prozent für die 51-Jährige entspricht, die nach der Annahme des Amtes einen lang anhaltenden Beifall erhielt. Faeser steht somit seit November 2019, als sie 88,8 Prozent der Stimmen erzielte, an der Spitze des Landesverbandes.

„Sehr stark“ fand die Ebsdorferin Patricia Grähling Faesers Rede. Die Vorsitzende habe die Punkte angesprochen, die sie bewegen, unter anderem auch den Krieg in der Ukraine und die Rechte von Kindern. Diesen allein die gleichen Chancen zu geben sei für sie als Kind einer Arbeiterfamilie „sehr wichtig“. In der SPD möchte die Ebsdorferin an den sozialen Themen der Zukunft mitarbeiten, um den Stillstand zu überwinden, und damit „Hessen wieder rot wird“.

Patricia Grähling und Sebastian Sack beim SPD-Landesparteitag im Georg-Gaßmann-Stadion. Quelle: Gianfranco Fain

Gar als „mitreißend“ bezeichnet Robby Jahnke die Rede Faesers. Die habe viele Punkte angesprochen, die „uns in Hessen bewegen und zeigen, dass wir 2023 den Wechsel brauchen“. Um das zu erreichen, zeige Faeser Kompetenz und die notwendige Führungsstärke, ist Jahnke überzeugt. Wie ernst es ihm mit einem Wechsel der Landesregierung ist, verdeutlicht nicht nur seine Aussage, dass der Gladenbacher Ortsverband schon jetzt beginne, sich intensiv auf den Wahlkampf vorzubereiten; er selbst reiste nach einem Besuch in Berlin in der Nacht an, um den Landesvorstand „mit einem klaren Votum zu unterstützen“.

Die „wirklich starke Rede“ Faesers habe die Fehler der CDU-Regierung in Hessen aufgezeigt, meint Sebastian Sack. Mit der bestätigten Landesvorsitzenden hofft der Momberger auf allen Ebenen eine soziale Politik auf Augenhöhe der Menschen zu realisieren.

Robby Jahnke, Delegierter des SPD-Parteitages in Marburg. Quelle: Gianfranco Fain

Faeser erhielt von den Delegierten nach ihrer Rede lang anhaltenden Beifall. Die Bundesinnenministerin sprach den Ukrainekrieg an, das Stärken der Kommunen, das Verteidigen der Demokratie, den Schutz vor Verbrechen, Gewalt und Terrorismus vor allem von Rechtsextremisten, den Verbraucherschutz und eine gleichwertige medizinische Versorgung für alle, die Chancengleichheit von Kindern sowie die Mietsteigerungen und kritisierte dabei die CDU-geführte Landesregierung.

Nach 23 Jahren sei es Zeit für einen Wechsel in Hessen. Daran ändere auch das „durchschaubare Manöver“ der CDU nichts, Boris Rhein als Nachfolger von Ministerpräsident Volker Bouffier einen kurzen Amtsbonus zu verschaffen. „Und auch wenn ich in meinem Amt als Bundesinnenministerin viel in Berlin bin, in Brüssel oder der ganzen Republik, so hat sich doch nichts geändert: Mein Herz ist in Hessen“, betonte Faeser, die als SPD-Landeschefin dafür sorgen wolle, dass Hessen wieder von Sozialdemokraten regiert werde. Die Landtagswahl findet voraussichtlich im Herbst 2023 statt.

Zum Auftakt des Parteitags verurteilten Bundeskanzler Olaf Scholz in einer Videobotschaft und die Bundesinnenministerin Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine erneut. Faeser sprach von einem verbrecherischen Angriff, der die Ukraine systematisch zerstöre. „Dieser Krieg ist ein Verbrechen. Wladimir Putin und sein Regime müssen dafür zur Rechenschaft gezogen werden.“

Von Gianfranco Fain