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Marburg Herz lässt die Stadtkasse bluten
Marburg Herz lässt die Stadtkasse bluten
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08:00 09.07.2021
Mittlerweile ein chronischer Herzpatient: Reparaturen am Kaiser-Wilhelm-Turm, wie hier im Jahr 2019, sind offenbar immer häufiger nötig.
Mittlerweile ein chronischer Herzpatient: Reparaturen am Kaiser-Wilhelm-Turm, wie hier im Jahr 2019, sind offenbar immer häufiger nötig. Quelle: Nadine Weigel
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Chronisches Herzleiden? Das Lichtkunstherz am Kaiser-Wilhelm-Turm lässt die Stadtkasse bluten. Als die Stadt die Kunstinstallation im Jahr 2007 – anlässlich des Elisabethjahrs, ihres Geburtstags am 7. Juli 1207 – kaufte, kostete sie das 12 000 Euro. Seitdem sind mehr als 37 000 Euro Steuergeld in deren Reparatur geflossen.

Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der AfD im Stadtparlament hervor. Demnach wurden seit dem Jahr 2010 durchschnittlich 3 200 Euro jährlich für Wartung und Instandhaltung ausgegeben. Bei einem Blitzeinschlag im Frühsommer 2019 erlosch das Herz. Die aufwendige Reparatur hatte sich lange hingezogen, weil kaputte Transformatoren ausgetauscht und beschädigte Neonröhren als Spezialanfertigung erst neu produziert werden mussten. Dann verzögerte die Corona-Pandemie den Austausch der defekten Teile und die Reparatur zusätzlich, sodass das Herz erst im Oktober 2020 wieder eingeschaltet werden konnte.

Mitte Juni dieses Jahres der nächste Defekt, sodass das Herz 400 Meter über dem Lahntal erneut auch bei den über die Stadtgrenzen hinaus bekannten, zur Attraktion gewordenen Liebeszeichen-Anrufen dunkel bleibt. Dauerreparaturen kennt man in Marburg bisher vor allem von den Oberstadtaufzügen. Kommen nun also dauerhafte Herzbeschwerden hinzu?

Von Björn Wisker