Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Helden gesucht
Marburg Helden gesucht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:58 04.04.2020
Serie Corona-Helden: Medizinische Fachangestellte Bärbel Kniese-Krah.  Quelle: Nadine Weigel
Anzeige
Marburg

Die Welt ist im Ausnahmezustand. Auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist momentan alles anders. Die Schulen sind geschlossen, die Kinder müssen zu Hause betreut werden. Marburgs Oberstadt liegt brach, die Kneipen und Bars sind zu.

Viele Menschen arbeiten im Homeoffice. Dass der Laden irgendwie weiterläuft, liegt an jedem Einzelnen: Am Arzt, der sich um seine Patienten kümmert. An der Verkäuferin, die an der Kasse sitzt. Am Landwirt, der uns alle mit Essen versorgt. Am Lkw-Fahrer, der dringend benötigte Waren bringt. An der Erzieherin in der Notbetreuung. An der Mutter, die nun Köchin, Therapeutin und auch noch Lehrerin in einem ist. Und an vielen, vielen mehr. Eigentlich liegt es an allen, die gerade ihren Part dazu beitragen, diesen Ausnahmezustand erträglich zu machen. Jeder von uns trägt mit dem, was er tut, seinen Teil dazu bei, dass wir diese Krise überwinden.

Anzeige

In unserer neuen Serie „Corona-Helden“ möchten wir diese Menschen vorstellen. Und ihnen damit Danke sagen. Danke dafür, dass sie Außergewöhnliches leisten. Danke dafür, dass sie den Laden am Laufen halten. Danke dafür, dass sie uns ein Stück Normalität zurückgeben.

Wir wollen mit unserer Serie den Helden des Alltags die Wertschätzung entgegenbringen, die sie verdienen. Denn die meisten eint, dass sie gar keine Helden sein wollen. Sie sagen Sätze wie: „Ich mache doch nur meine Arbeit“ oder „Ach, das ist doch selbstverständlich.“ In Zeiten einer weltweiten Krise, die es zu unseren Lebzeiten so noch nicht gab, ist aber nichts selbstverständlich. Deshalb wollen wir den heimlichen Corona-Helden ein Gesicht und eine Stimme geben. In Steckbriefen sollen sie sich vorstellen und uns das sagen, was ihnen auf der Seele brennt.

Den Anfang macht heute die medizinische Fachangestellte Bärbel Kniese-Krah. Der Marburgerin ist es ein Bedürfnis, zu betonen, dass seit Jahren alle Beschäftigten im Gesundheitswesen an der Belastungsgrenze arbeiten. Eine ausreichende Wertschätzung sei bislang Mangelware gewesen, findet sie. „So sehr ich den Applaus der Gesellschaft schätze, gleicht es die jahrelangen Missstände im Gesundheitswesen nicht aus“, sagt die 54-Jährige, die nun auch in Zeiten der Corona-Pandemie jeden Tag an vorderster Front kämpft und alles dafür tut, dass die Menschen im Landkreis Marburg-Biedenkopf gesund bleiben oder wieder gesund werden.

Ähnlich sieht es auch Anke Hillig, die in einer der nächsten Folgen vorgestellt wird. Die Kita-Leiterin aus Ockershausen wünscht sich für ihre Erzieher-Kollegen und Kolleginnen mehr Anerkennung. „Vielleicht wacht die Politik mal auf und gibt den Berufsgruppen, die schlechter bezahlt werden, mehr Aufmerksamkeit“, sagt Hillig.

In einer der nächsten Folgen werden wir auch Polizist Mario Bender kennenlernen. Er schreibt in seinem Steckbrief, dass er als Kind erst Indianer werden wollte, aber dann als Polizist seine wahre Berufung gefunden hat. Der 43-Jährige wünscht sich, dass „jeder Einzelne Respekt und Solidarität nicht nur fordert, sondern gerade jetzt und trotz dieser schwierigen Zeit diese Forderungen auch vorlebt. Er sieht die Corona-Pandemie als Chance, auch die kleinen Dinge wieder wertzuschätzen.

Von Nadine Weigel

Anzeige