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Marburg Heil sieht Homeoffice als Kern der neuen Arbeitswelt
Marburg Heil sieht Homeoffice als Kern der neuen Arbeitswelt
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13:58 17.02.2021
Miriam Prüßner ist mit Kater Silas ganz glücklich im Homeoffice.
Miriam Prüßner ist mit Kater Silas ganz glücklich im Homeoffice. Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Marburg

Die alte Arbeitswelt kommt nicht zurück, Homeoffice und regelmäßiges Erlernen neuer Jobs werden zur Normalität: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat in einem Online-Vortrag mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten Sören Bartol (SPD) eine Nach-Pandemie-Welt skizziert. „Man sieht, dass technisch viel mehr möglich ist, dass Homeoffice in viel mehr Firmen geht, als immer gesagt wurde. Das wird nicht mehr zurückgedreht. Vielmehr geht es darum, nun passende Regeln zu entwickeln, um mobile Arbeit zur dauerhaften Lösung und nicht nur aus Infektionsschutzgründen die Regel werden zu lassen“, sagte er bezogen auf die Jobs und Branchen, in denen das möglich ist.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) Quelle: Archiv

Firmen sollten nach Corona ihren Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice jedenfalls nicht mehr verweigern, sie nicht benachteiligen dürfen. „Die Arbeit muss zum Leben passen, nicht mehr das Leben zur Arbeit.“ Dafür biete die laufende Digitalisierung die Chancen. Sie werde aber auch dazu führen, dass Arbeitnehmer immer wieder Weiterbildungen absolvieren müssten. „Die Qualifikation von heute wird nicht mehr bis zum Rentenalter ausreichen. Man wird künftig immer wieder neue Tätigkeiten lernen müssen.“

Bartol kritisierte indes vor allem die CDU-Minister Peter Altmaier und Jens Spahn für folgenreiche Pannen in der Pandemie-Politik. „Die bekommen es einfach nicht hin“, sagt er. Die Langsamkeit sowohl bei der Auszahlung der Unternehmens-Hilfen als auch bei der Impfstoff-Bestellung, dem Impfen selbst hätten sie zu verantworten – auch, aber eben nicht nur die EU-Kommission um Präsidentin Ursula von der Leyen. Heil sprach bei der öffentlichen Veranstaltung vorsichtig von „Qualitätsunterschieden im Krisenmanagement“, es sollte aber auffallen, dass Milliardenprojekte wie Kurzarbeit funktionierten und es im Gesundheits-, Wirtschafts- und Bildungsbereich anders aussehe. „Wir können keine Sicherung jedes Arbeits- und Ausbildungsplatzes garantieren“, sagt Heil. Deshalb müsse in und nach Corona der Sozialstaat ausgebaut werden. Alles sei gesellschaftlich billiger als „eine Rückkehr von Massenarbeitslosigkeit“. Aber: Die Transformation der Arbeitswelt sei nicht aufzuhalten, nicht allen Firmen und Beschäftigten sei zu helfen, nicht alle seien zu retten. Es gelte, sich„gesellschaftlich einzuhaken“ und „nach dieser Flut die gebrochenen Dämme für das nächste Mal besser zu bauen“.

Von Björn Wisker

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