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Marburg Er fordert einen der Stars heraus
Marburg Er fordert einen der Stars heraus
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20:00 21.10.2019
HITZEROTH-Geschäftsführerin Ileri Meier (rechts), OP-Lesermarkt-Leiterin Franziska Wagner und Dart-Event-Veranstalter Albrecht „Aldi“ Ende (links) überreichten Turniersieger Heiko Deutsch seine Wildcard und ein von Phil „The Power“ Taylor unterschriebenes T-Shirt. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Heiko Deutsch atmete erst mal tief durch. Bis die große Freude nach seinem Finalsieg über Patrick Klingelhöfer durchdrang, dauerte es einen Moment. Zu knapp war es, zu nervenaufreibend verlief die Partie, in der er sechs Matchdarts gegen sich hatte. So galt sein erster Satz nach dem packenden Endspiel auch seinem Kontrahenten: „Ich hatte einen super Gegner.“

Es sei „ein tolles Duell in einem tollen Turnier“, gewesen, „in dem ich am Ende einfach der Glücklichere war“, meinte der 44-Jährige, der sich mit dem Erfolg beim Wildcard-Turnier der OP ein Einlagespiel gegen einen der Stars beim „2. Marburger Dart-Event“ am 19. Januar 2020 (siehe Kasten) sicherte – dazu ein T-Shirt, das Phil „The Power“ Taylor am Vortag bei einem Besuch in „Aldis Stadl“ unterschrieben hatte.

Zu verdanken hat er das zum Großteil seiner jetzigen Frau, mit der er seit vergangenem Dienstag verheiratet ist: Sie hatte ihn für das 
Wildcard-Turnier angemeldet. Die Druckerei des Medienhauses HITZEROTH wurde am Samstag zu einem „Ort der Begegnung“, wie es Geschäftsführerin Ileri Meier ausdrückte. Albrecht „Aldi“ Ende, Veranstalter des Dart-Events Anfang kommenden Jahres, freute sich, einen Wettbewerb an einem „Platz mit toller Atmosphäre“ zu erleben.

Der Jüngste scheitert knapp

20 Personen kamen mit ihren Unterstützern in das Gebäude, in dem an anderen Tagen Zeitungen gedruckt werden. Sie traten mit dem Ziel an, in drei Monaten gegen einen Dart-Star wie den 16-fachen Weltmeister Taylor antreten zu dürfen – oder mit etwas bescheideneren Wünschen: Miriam Seip, der einzigen Teilnehmerin im Feld, ging es darum, „die beste Dame zu sein und möglichst ein Match zu gewinnen“.

Ersteres gelang ihr mangels Konkurrenz, zweiteres verpasste sie beim Spiel auf Dartautomaten, nahm es aber sportlich: „Die anderen waren eben besser. Trotzdem hat es eine Menge Spaß gemacht“, sagte die Marburgerin, die in der heimischen E-Dart-Liga für das Team „New Generation“ spielt und von ihrem Mann Andreas sowie ihrem Mannschaftskapitän Heiko Steffen unterstützt wurde.

2. Marburger Dart-Event

Am 6. Mai 2018 spielten Phil Taylor und Raymond van Barneveld schon vor rund 2.500 Fans in Marburg, beim „2. Marburger Dart-Event“ am 19. Januar 2020 in der Großsporthalle am Georg-Gaßmann-Stadion sind sie wieder dabei – dazu noch die weiteren Weltklasse-Spieler Rob Cross, Wayne Mardle, Stephen Bunting und Glen Durrant. Die OP ist Partner der Veranstaltung, bei der die Profis in Turnierform einen Sieger ausspielen werden, bei der aber auch einige Einlagespiele mit den Stars stattfinden werden. Bei einem davon wird Heiko Deutsch nach seinem Sieg beim Wildcard-Turnier aktiv sein.
VIP-Tickets für die Veranstaltung sind ausverkauft, Karten für die weiteren Kategorien (55, 45, 35 und 25 Euro) sind aber noch erhältlich, unter anderem bei den Marburger OP-Geschäftsstellen im Franz-Tuczek-Weg und im Schlossberg-Center. OP-Abonnenten zahlen für zwei 25-Euro-Tickets nur 40 statt 50 Euro.     

Forscher ging der jüngste Teilnehmer ans Werk: „Am liebsten würde ich natürlich gewinnen“, sagte der 14-jährige Elias Henkel zu Beginn des Turniers – und machte von Match zu Match mehr deutlich, dass er durchaus das Zeug dazu hat. Auf klare Siege folgte ein etwas knapperer Erfolg mit 2:1 Legs gegen Jens Mopils, den Organisator der Marburger E-Dart-Liga.

Gegen Marco Kunkel, als einer der Favoriten ins Rennen gegangen, stand der Dautpher, der erst seit Dezember vergangenen Jahres regelmäßig trainiert und Steeldart für den FC Kombach in der Kreisliga spielt, kurz vor dem Gewinn des zweiten Legs, sein Pfeil wollte aber nicht ins Doppel-1-Feld fliegen. Als er dann auf der Verliererseite denkbar knapp mit 1:2 gegen Torben Stein unterlag und damit ausschied, war ihm die Enttäuschung anzumerken.

Taylor als Wunschgegner

Die legte sich allmählich, nicht zuletzt dank einer Menge Zuspruch der anderen Spieler und von Moderator Marc Abel – und eines Geschenks: Franziska Wagner versprach dem Teenager zwei Karten für das Dart-Event im Januar. Für die Leiterin des OP-Lesermarkts war das Turnier nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich: „Vorher hatte ich ­zero Ahnung von Dart“, gestand Wagner ein, „jetzt weiß ich, was ich um Weihnachten schauen werde“, sagte sie mit Blick auf die Weltmeisterschaft der Professional Darts Corporation (PDC), die traditionell um die Festtage stattfindet und an Neujahr endet.

Taylor, der nur noch sogenannte Exhibitions wie in Marburg spielt, ist nicht dabei, Rob Cross, Wayne Mardle, Stephen Bunting und Glen Durrant sowie Raymond van Barneveld, der es nach seiner Rücktrittserklärung doch noch einmal im Londoner Alexandra Palace wissen will, hingegen schon. Denkbar also, dass im Januar ein amtierender Weltmeister in Marburg zu Gast ist.

Fest steht hingegen bereits, dass Heiko Deutsch vor Tausenden Fans an die Scheibe treten wird – wie schon im Mai 2018 bei der ersten Auflage des Events. Damals durfte der Marburger, der seit 2005 Dart spielt, gegen van Barneveld ran. „Das war ein Erlebnis, das man nie vergisst“, blickte der Wildcard-Gewinner am Samstag zurück – und warf auf die Frage nach seinem Wunschgegner im Januar einen Blick voraus: „Mit Phil Taylor zu spielen, wäre natürlich ein Traum. Er ist die absolute Legende des Dartsports.“     

von Stefan Weisbrod