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Marburg Hausärzte ziehen positive Impfbilanz
Marburg Hausärzte ziehen positive Impfbilanz
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07:58 14.04.2021
Dr. Ahmad Shir ist Allgemeinmediziner mit einer Praxis in Cappel.
Dr. Ahmad Shir ist Allgemeinmediziner mit einer Praxis in Cappel. Quelle: .
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Marburg

Während nach Angaben der Landkreisverwaltung seit Beginn der Impfungen rund 35 000 Menschen eine Erstimpfung im Zentrum am Messeplatz erhalten haben, geht der heimische Ärzteverbund Prima davon aus, dass in den Praxen schon in der kurzen Nach-Osterwoche bis zu 3 000 Menschen die erste Vakzin-Dosis bekamen. „Das ist schon eine Hausnummer“, sagt Dr. Hartmut Hesse, Prima-Vorsitzender, auf OP-Anfrage.

Im Durchschnitt haben die heimischen Ärzte demnach pro Arztsitz offenbar zirka vier Biontech-Fläschchen aus dem Apotheken-Großhandel bekommen. Aus jedem lassen sich mit einer Spritze sechs, mit viel Fingerspitzengefühl sieben Impfungen ziehen. Vorsichtige Prima-Schätzungen gehen davon aus, dass in der ersten Woche rund zwei Drittel der 150 Hausärzte Patienten geimpft haben. Darunter etwa Dr. Ahmad Shir, der in Cappel den ersten 36 Berechtigten aus den Priorisierungsgruppen 1 und 2 das Vakzin injizierte. Das sei ein „besonderer Moment“ gewesen, sagt er und hofft, in den nächsten Wochen auf ein Vielfaches an Impfbereiten.

Im Impfzentrum sind nach Kreisangaben täglich maximal 1 260 Impfungen möglich, rechnerisch rund 8 500 pro Woche. In der ersten Impfzentrums-Woche Mitte Februar – als allerdings weniger Impfstoff verfügbar war – wurden 824 Menschen immunisiert. „Ich bin guter Dinge, dass wir näher an die wöchentliche Kapazität des Impfzentrums rücken“, sagt Hesse. Grund: Auf die Mini-Lieferungen nach Ostern und in dieser Woche, folgt in der 16. Kalenderwoche ab 19. April eine etwas größere Ampullen-Anzahl – und einige Fachärzte steigen spätestens ab 26. April in die Kampagne ein. Allerdings hängt die dann größere verfügbare Menge vor allem damit zusammen, dass die Praxen dann nicht mehr nur Biontech, sondern zur Hälfte Astrazeneca (AZ) geliefert bekommen

Hessenweit haben in den vergangenen Tagen Hunderte ihre AZ-Termine nicht wahrgenommen, in Mittelhessen sollen rund ein Drittel der Impfzentrums-Termine ausgefallen sein.

Hinweis zur Impftermin-Vereinbarung: Auf Bitten der Ärzteschaft ausschließlich per E-Mail, Fax oder Brief. Die vielen Anrufe und Nachfragen legen die Praxen faktisch lahm.

Von Björn Wisker

13.04.2021
13.04.2021