Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Hauchdünner Sieg für Spies
Marburg Hauchdünner Sieg für Spies
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:33 28.03.2021
Dr. Thomas Spies (SPD) wird von seiner Frau Lorita Peetz zur gewonnenen Oberbürgermeisterwahl beglückwünscht.
Dr. Thomas Spies (SPD) wird von seiner Frau Lorita Peetz zur gewonnenen Oberbürgermeisterwahl beglückwünscht.     Quelle: Nadine Weigel
Anzeige
Marburg

Der Amtsinhaber kam schlussendlich auf 12 195 Stimmen, das entspricht einem Anteil von 50,2 Prozent. Bernshausen erreichte 12 100 Stimmen oder 49,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 42,50 Prozent, zwölfeinhalb Prozentpunkte hinter der Beteiligung an der ersten Runde der Oberbürgermeisterwahl. Die knapp 3 900 Stimmen, die Nadine Bernshausen gegenüber Wahlgang eins zulegte, reichten knapp nicht aus, weil sich auch Spies steigerte und 1 400 Stimmen mehr erhielt als 14 Tage zuvor.

Das Rennen entschied sich endgültig erst mit der Auszählung des letzten Briefwahlbezirks. Um 20.10 Uhr konnte Wahlleiter Dieter Finger dem Wahlsieger gratulieren und einen Blumenstrauß überreichen. Zuvor war der ohnehin knappe Vorsprung von Spies von Wahlbezirk zu Wahlbezirk abgeschmolzen. Spies hatte sich im Wahlkampf auf einen Wahlaufruf der Marburger Linken stützen können, während Bernshausen ein breites Personenbündnis hinter sich wusste, das zum Teil überaus aktiv in den Wahlkampf eingriff. In einer ersten Stellungnahme sagte Spies, es sei für ihn ungewohnt gewesen, einen Wahlkampf unter Corona-Bedingungen zu führen.

Die denkbar knapp unterlegene Nadine Bernshausen freute sich über ihr Ergebnis, war aber auch ein wenig enttäuscht, so knapp gescheitert zu sein. Sie habe einen „neuen Politikstil“ angeboten, das hätten viele Wählerinnen und Wähler honoriert.

Aus der Kommunalwahl, die vor 14 Tagen gleichzeitig mit dem ersten Wahlgang der OB-Wahl stattgefunden hatte, waren die Grünen als stärkste politische Kraft mit 15 Sitzen hervorgegangen. Zur Parlamentsmehrheit von 30 Sitzen reicht es aber weder gemeinsam mit der SPD (14 Sitze) noch mit der CDU (13), es muss in jedem Fall ein dritter Partner herbei – wenn nicht der wiedergewählte Oberbürgermeister versucht, mit wechselnden Mehrheiten zu regieren. Erste Vorentscheidungen fallen diese Woche: SPD und CDU wählen ihre Fraktionsvorsitzenden, die Grünen erst in der Woche nach Ostern.

Von Till Conrad und Björn Wisker

Hier geht's zum ausführlichen Bericht: Spies rettet Mini-Vorsprung ins Ziel  (Der Artikel ist nach Anmeldung für Abonnenten kostenfrei)