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Marburg Wie wohnt es sich gut am Hasenkopf?
Marburg Wie wohnt es sich gut am Hasenkopf?
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00:17 02.04.2019
Noch ist das Gebiet des Hasenkopfs im Stadtwald nicht bebaut. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Nach dem Grundsatzbeschluss des Stadtparlaments, am Hasenkopf im Stadtwaldviertel auf einer Fläche von 9,5 Hektar ein Wohngebiet mit 300 bis 350 Wohneinheiten zu planen, startete jetzt die zweite Phase der Bürgerbeteiligung. Nachdem sich an den Spaziergängen vor Ort mehr als 100 Interessierte beteiligt hatten, fiel die Beteiligung beim Auftakt-Workshop mit rund 50 Beteiligten im Stadtparlaments-Sitzungssaal allerdings geringer aus.

Bei der Veranstaltung skizzierte das Team der Stadtplanung um Reinhold Kulle die Grundzüge des angestrebten Planungsverfahrens. „Wir möchten beginnen mit den Planungen für den Hasenkopf. Jetzt geht es los“, hatte Baudezernent Wieland Stötzel (CDU) in einem kurzen Grußwort berichtet. Dann übernahmen die Bürgerbeteiligungs-Beauftragte Dr. Griet Newiger-Addy als Moderatorin sowie Reinhold Kulle vom Fachdienst Stadtplanung die Regie. „Wir wollen heute nicht über jedes Detail diskutieren und in die Planung einbringen. Aber wir wollen auf Augenhöhe informieren“, sagte Kulle.

Monika Brüning stellte die Vorbereitungen des Stadtplanungsamts im Vorfeld des städtebaulichen Wettbewerbs zur Hasenkopf-Bebauung vor. Quelle: Tobias Kunz

Kulle erläuterte auf Nachfrage aus dem Auditorium, dass der Stadt Marburg bis auf wenige kleine Parzellen bisher keine Grundstücke auf der geplanten Baufläche gehören. „Wir müssen nun so schnell wie möglich Flächen in die öffentliche Hand bekommen“, sagte Kulle. Dazu seien nun auch zusammen mit der städtischen Entwicklungsgesellschaft SEG die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern angelaufen. Es müssten allerdings nicht alle Grundstücke in städtisches Eigentum übergehen. Man könne ein solches Planungsverfahren aber grundsätzlich auch mit 30 oder 40 Prozent städtischer Flächen starten, so Kulle. „Wir sind dabei, den städtebaulichen Wettbewerb vorzubereiten“, sagte Monika Brüning, Mitarbeiterin der Stadtplanung. Und genau dabei werde auch die Beteiligung der Bürger benötigt. Denn deren Vorschläge, die im Mai und Juni in vier Workshops erarbeitet werden sollen, sollen in die Vorgaben für den Wettbewerb einfließen, an dem sich Teams von Architekturbüros und Stadtplanern beteiligen können.

Wie wird in Zukunft am Hasenkopf gewohnt?

„Jetzt werden die Weichen gestellt. Wenn die Bagger anrollen, dann sind alle Entscheidungen getroffen“: Das machte Gertrudis Peters deutlich. Die Geschäftsführerin der hessischen Architekten- und Stadtplanerkammer erklärte den Anwesenden die Bedeutung eines städtebaulichen Wettbewerbs bei der Entwicklung eines Baugebiets. Nun sei es die Aufgabe der Bürger und der Stadtverwaltung, Ideen zu entwickeln. Es gehe darum, sich eine „ideale Zukunft“ vorzustellen. Wie sehen die Wohnformen in dem künftigen Wohngebiet aus? Auf welche Weise entsteht Nachbarschaft? Wie hoch ist der Anteil von Grünflächen in der neuen Siedlung? Auch die Zahl der Parkplätze für Autos und Fahrräder und die Schaffung von Begegnungsräumen könnte in den Workshops thematisiert werden. Einige grundsätzliche Vorgaben gibt es bereits. Monika Brüning erläuterte, dass rund 30 Prozent der Wohnungen im geförderten Wohnungsbau entstehen sollte. Sie betonte, dass die Stadt Marburg alternative Wohnformen und den Klimaschutz in dem neuen Wohngebiet besonders berücksichtigen wolle.

Nach der Auslobung des städtebaulichen Wettbewerbs soll ein städtebaulicher Entwurf für das Gebiet erfolgen, bevor ein Bauleitplanverfahren startet. Nach bisherigem Planungsstand kann in fünf bis sieben Jahren mit dem Bau von Wohnungen begonnen werden. Alle Workshops finden in den Räumen der Initiative für Kinder-, Jugend- und Gemeinwesenarbeit in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße 16 im Stadtwaldviertel statt.

Workshops

  • Der erste Workshop zum Thema „Wohnen“ findet am Samstag, 18. Mai, von 10 Uhr bis 13 Uhr statt. Themen sind Bedarfe, Zielgruppen, Dichte und ­Architektur.
  • Workshop Nummer zwei unter der Überschrift „Infrastruktur“ befasst sich am Dienstag, 28. Mai, von 18 Uhr bis 21 Uhr mit Nahversorgung, Kindertagesstätten und Begegnungsräumen.
  • In Workshop Nummer drei unter dem Stichwort „Erschließung“ geht es am Freitag, 14. Juni, von 18 Uhr bis 21 Uhr um Verkehr im Quartier.
  • Der vierte Workshop am Samstag, 29. Juni, von 10 Uhr bis 13 Uhr hat den Titel „Umwelt, Natur, Landschaft“ und dreht sich um Grün, Naherholung und Klimaschutz.

von Manfred Hitzeroth