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Marburg Noch stärker betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte?
Marburg Noch stärker betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte?
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19:46 22.09.2021
Der Vertrag von Professor Harald Renz als ärztlicher Direktor am UKGM wurde nicht verlängert.
Der Vertrag von Professor Harald Renz als ärztlicher Direktor am UKGM wurde nicht verlängert. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

„Mit Verwunderung habe ich zur Kenntnis genommen, dass Professor Renz ab dem Oktober gegen seinen Wunsch nicht als medizinischer Leiter des Standorts Marburg am UKGM verlängert wurde“, schreibt der SPD-Kreisvorsitzende und Bundestags-Direktkandidat in einer Stellungnahme.

Es sei zu befürchten, dass dies mit der Absicht vorgenommen wurde, das UKGM noch stärker an betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten auszurichten.

Bartol appellierte an Asklepios, seit Anfang des Jahres Eigentümerin des UKGM: „Die oberste Priorität an unserem Universitätsklinikum muss auch weiterhin in der bestmöglichen medizinischen Versorgung für die Patientinnen und Patienten liegen. Dies geht nur mit guten Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Gestern war bekannt geworden, dass der seit 2015 als ärztlicher Geschäftsführer amtierende Renz zum 1. Oktober sein Amt nicht mehr ausüben wird. Der Aufsichtsrat von Asklepios habe offenbar Umstrukturierungen vor. Der Aufsichtsrat tagt heute. Ob er auch Beschlüsse zur künftigen Leitungsstruktur fasst, war gestern nicht herauszubekommen.

Dirk Bamberger, Vorsitzender der Marburger CDU und Mitglied des hessischen Landtags, sagte der OP, er bedaure, Renz als zuverlässigen und kompetenten Ansprechpartner zu verlieren, mit dem man sehr gut über die Problemstellungen am UKGM reden konnte.

Er werde die Offenheit der Diskussionen vermissen. Offenbar sei es schwer gewesen, den Spagat zwischen den einzelnen Aufgabenstellungen hinzubekommen.

Weder Betriebsrat noch Aufsichtsrat äußerten sich gestern zur Personalie Renz.

„Wer Kliniken privatisiert, spielt mit der Gesundheit von Patientinnen und Patienten, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der Qualität der Forschung“, sagte Bartol. Immer deutlicher zeige sich, dass nicht die Gesundheitsfürsorge sowie Lehre und Forschung im Vordergrund stehen, sondern betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte zunehmend die Oberhand gewinnen.

Es war ein „fataler Fehler“, so Bartol, das Klinikum im Jahr 2006 zu privatisieren und zu verkaufen.

„Die CDU-geführte Landesregierung und maßgebliche Akteure der heimischen CDU tragen dafür die Verantwortung.“ Der Verkauf komme die Patientinnen und Patienten, die Mitarbeitenden und die Forschung, damit auch die Marburger Universität, immer teurer zu stehen.

Von Till Conrad

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