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Marburg Der „Wohnheim-Chef“ des Studentenwerks
Marburg Der „Wohnheim-Chef“ des Studentenwerks
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11:58 30.08.2021
Hans-Peter Hardt inspiziert die Gemeinschaftsküche im neuen Wohnheim des Studentenwerks, dem Atlashaus.
Hans-Peter Hardt inspiziert die Gemeinschaftsküche im neuen Wohnheim des Studentenwerks, dem Atlashaus. Quelle: Manfred Hitzeroth
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Marburg

Er steckt hinter allen Neubauten und Wohnheim-Sanierungen des Marburger Studentenwerkes in den vergangenen knapp drei Jahrzehnten: Hans-Peter Hardt, der im April kommenden Jahres in den Ruhestand geht, ist nicht nur Leiter der Wohnungsabteilung, sondern auch der Technischen Dienste.

„Bei mir laufen die Fäden zusammen“: So erklärt Hardt seine Rolle, beispielsweise wenn es um die Neubauten von Studentenwohnheimen geht. Er vertritt nicht nur die Bauherrenschaft auf der jeweiligen Baustelle, sondern steht auch für das Bauprojekt, wenn es im Gestaltungs- oder Denkmalbeirat der Stadt Marburg beraten wird. Doch mit der rein organisatorischen Beschreibung seiner Aufgaben wird man seiner Arbeit nicht gerecht. Wer genauer hinschaut, merkt bald, dass er mit absolutem Herzblut und vollem Einsatz dabei ist – auch wenn es um die Gespräche mit allen am Bau Beteiligten geht.

Atlashaus spricht ihm „aus der Seele“

Dass Hardt sich überhaupt seit 1993 beruflich mit dem Bau und Unterhalt von Studentenwohnheimen in Marburg beschäftigt, lag auch daran, dass der damalige Studentenwerks-Chef Dr. Dieter Meinke schneller auf seine Bewerbung reagierte als die Chefs einiger Kliniken. Der aus der Eifel stammende Hardt hatte nach zwölf Jahren als Zeitsoldat bei der Bundeswehr noch in Gießen an der FH Gießen-Friedberg ein Studium der Krankenhaus-Betriebstechnik absolviert. Eigentlich wäre das ideal gewesen, um die Bereiche Bauen, Elektro, Heizung und Sanitär in einem Krankenhaus zu betreuen.

Doch schnell erwies es sich, dass sich sein erworbenes Know-how auch gut in Diensten des Studentenwerks einsetzen ließ, beispielsweise beim Thema Energieversorgung. So habe er schon 1992 zur Zeit des Weltumweltgipfels in Rio de Janeiro die C02-Emissionen verschiedener Energieträger und deren Wirtschaftlichkeit bei anstehenden Sanierungen mit einfließen lassen, berichtet Hardt. Besonders die energieeffiziente Sanierung der alten Bauten werde jetzt immer wichtiger.

Dass Studenten in Marburg preiswert und gut wohnen können, dazu wollte er viel beitragen. Mehrere Neubauten des Studentenwerks betreute Hardt federführend, angefangen beim Max-Kade-Zentrum im Studentendorf bis hin zu den Wohnheimen am Kade-Zentrum und der Hasenherne im Waldtal. „Aber die Teamarbeit war immer wichtig“, betont er.

Sein nunmehr letztes Projekt ist das Atlashaus: das fünfgeschossige Studentenwohnheim mit der weißen Außenfassade auf dem Gelände des ehemaligen Sprachatlas der Philipps-Universität wird am Montag, 6. September, offiziell eingeweiht. Beim Ortstermin mit Hardt auf der Baustelle, wo die letzten Arbeiten auf vollen Touren laufen, zeigt er sich begeistert von dem, was aus den Plänen geworden ist. „Mir gefällt es sehr gut. Es spricht auch die Seele an“, meint er. Es sei ansprechend und modern gestaltet. Besonders freut er sich darüber, wie schön die großen Gemeinschaftsküchen mit Aufenthaltsraum in jeder Etage gestaltet sind.

Als positiv sieht er es auch an, dass auf dem Dach eine Solarthermie-Anlage installiert wurde, die dabei mithilft, Energiekosten einzusparen. Bei dem fußläufig zur Philosophischen Fakultät und der Erlenring-Mensa gelegenen Haus gibt es außerdem etwas Besonderes: Auf Autoparkplätze wird weitgehend verzichtet. Stattdessen wird ein geräumiger Fahrradunterstand errichtet. Daneben werden einige parzellierte Beete eingerichtet, auf denen die Studierenden sich als Kleingärtner betätigen können.

Naturfotografie ist sein Hobby

Und zudem wird als Naturschutzmaßnahme im Garten ein großes Schwalbenhaus aufgestellt, in dem aber auch andere Vogelarten und Fledermäuse ein Quartier finden können. Das hat eine besondere Bewandtnis: bei einer avifaunistischen Untersuchung des Areals in der Planungsphase des Bauvorhabens wurden Schwalben als wichtigste tierische Bewohner ausgemacht.

Und Hans-Peter Hardt weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Schwalbenbehausungen sind, denn bei seinem Haus in der Region um Marburg gibt es drei Schwalbennester. Die Natur- und Landschaftsfotografie ist ein großes Hobby des Studentenwerks-Mitarbeiters. Und dieses will er auch in seinem bald bevorstehenden Ruhestand weiter und ausgedehnter pflegen. Ebenso übrigens wie sein Hobby Laufen. Immerhin hat er schon dreimal erfolgreich den Burgwald-Marathon absolviert.

Von Manfred Hitzeroth

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