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Marburg Gutachten empfiehlt viel Grün, Obstbäume und Hecken
Marburg Gutachten empfiehlt viel Grün, Obstbäume und Hecken
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13:00 10.11.2021
Das „Fachgutachten Avifauna“ bestätigt, dass die Wohnbebauung am Hasenkopf im Einklang mit der Vogelwelt möglich ist.
Das „Fachgutachten Avifauna“ bestätigt, dass die Wohnbebauung am Hasenkopf im Einklang mit der Vogelwelt möglich ist. Quelle: Evermania
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Marburg

Der Hasenkopf hat weder für Großvögel noch für Rastvögel eine überregionale Bedeutung. Das zeigt ein Fachgutachten, das nun vorliegt. Auf lokaler Ebene hat der Hasenkopf eine mittlere Bedeutung für Brutvögel. Für ortansässige Brutvögel dient er als Nahrungsquelle.

Fazit der Gutachter: Mit viel Grün und naturnaher Gestaltung kann das geplante Wohngebiet gebaut werden, ohne die angrenzenden wertvollen Biotope stark zu beeinträchtigen.

Welche Auswirkungen hat eine Bebauung am Hasenkopf auf die Vogelwelt? Wie können eventuelle Auswirkungen ausgeglichen werden? Und welche Vögel brüten und rasten dort überhaupt? Das Fachbüro Bioplan hat im Auftrag der Universitätsstadt Marburg ein Gutachten für das Gebiet am Hasenkopf gemacht und die Vogelwelt intensiv beobachtet. Im sogenannten „Fachgutachten Avifauna“ haben die beauftragten Biologen den Hasenkopf untersucht und die dort entdeckten Brut- und Rastvögel erfasst.

80 Vogelarten festgestellt

Untersucht wurde das Plangebiet Hasenkopf und zusätzlich ein Puffer von 100 Metern rundherum. „Bei dem städtebaulichen Wettbewerb für den Hasenkopf waren Natur-, Landschafts- und Klimafreundlichkeit wesentliche Kriterien. Es ist uns wichtig, schonend mit unseren Flächen umzugehen und dringend benötigten Wohnraum und den Klima- und Naturschutz miteinander zu vereinbaren“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Die vorliegende Studie zeigt, dass wir dieses Ziel in Bezug auf die Vogelwelt am Hasenkopf erreichen, weil wir einen Siegerentwurf mit geringem Flächenverbrauch und viel Natur ausgewählt haben.“

Das Ergebnis: Im gesamten untersuchten Gebiet wurden 80 Vogelarten festgestellt, davon 45 Brutvogelarten. Allein auf das Plangebiet Hasenkopf bezogen gibt es 66 Vogelarten – davon 17 brütende Arten. Im Pufferbereich, der nicht beplant wird, brüten 44 Arten.

Gutachten dient Bauleitplanung

Laut Büro Bioplan wurden die für diese Lebensräume typischen Brutvogelarten in durchschnittlicher Dichte festgestellt – auf lokaler Ebene hat das Gebiet daher eine mittlere Bedeutung für die Avifauna. Bei den Brütern entdeckt wurde jeweils ein Revier von Bluthänfling, Feldsperling, Goldammer und Wachtel.

So geht es mit dem Gutachten weiter: Das Gutachten wird auch für die im kommenden Jahr anstehende Bauleitplanung für das Wohngebiet am Hasenkopf benötigt. Es wird verwendet als artenschutzrechtlicher Fachbeitrag zur Vogelwelt im Umweltbericht. Die Empfehlungen der Gutachter werden in die Bauleitplanung einfließen.

Von unseren Redakteuren

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