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Marburg Grüne kritisieren Wahl
Marburg Grüne kritisieren Wahl
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16:00 29.04.2019
(Symbolfoto) Die Grünen zweifeln am Sinn des Kreisseniorenrats. Quelle: Ina Tannert
Marburg

Zu wenige Kandidaten, zu wenige Informationen über deren Parteizugehörigkeit und zu wenige Wähler: Die Kreisgrünen haben nach der Wahl des zweiten Kreisseniorenrates Kritik an Prozedere und Gremium geäußert.

So sei die Zahl der Kandidaten im Vergleich zur ersten Wahl im Jahr 2016 gesunken. Und die sei damals schon gering gewesen, heißt es in einer Presseerklärung. Das habe dazu geführt, dass nun in Angelburg, Breidenbach, Ebsdorfergrund, Neustadt und Wohratal die Wahl ausfallen musste, weil es keine Kandidaten gab. In Gladenbach und Lohra gab es jeweils für zwei Plätze nur einen Bewerber.

Eine echte Wahl hätten die Bürger lediglich in Kirchhain, Lohra und Wetter gehabt. In den anderen Kommunen habe es gerade mal so viele Bewerber wie Plätze gegeben, sodass die Angetretenen gewählt wurden, wenn sie nicht mehr Nein- als Jastimmen bekamen.

Zudem moniert die Fraktion, dass die Kandidaten auf der Internetseite des Landkreises zwar vorgestellt wurden, aber ohne dass eine etwaige Parteizugehörigkeit kenntlich gemacht worden sei. Die meisten der Kandidaten seien aber in einer Partei, heißt es in der Presseerklärung der Grünen.

Die Wahlbeteiligung sei noch geringer ausgefallen, als es im Jahr 2016 der Fall war. „Manche, die bei der Premiere der Wahl 2016 gedacht hatten, das Fiasko mit 18 Prozent sei nicht mehr zu unterbieten, wurden damit eines Besseren belehrt.“ Das Gremium sei daher jetzt noch schlechter legitimiert, als es vormals der Fall war.

„Dabei stellt sich ohnehin die Frage, inwieweit eine der stärksten Bevölkerungsgruppen, die in den Parlamenten eher überrepräsentiert ist und dazu schon zuvor einen Beirat als Interessenvertretung hatte, eine solche zusätzliche Vertretung benötigt“, so die Grünen. Für Kinder und Jugendliche, Behinderte und ausländische Mitbürger hingegen sei eine solche Interessensvertretung durchaus erwünscht und dienlich.

„Somit summieren sich zweifelhafte Sinnhaftigkeit und mangelhafte Wahlordnung zu der mangelnden Bekanntheit der Kandidaten und gar fehlenden in einigen Orten. Ergebnis sind geringe Wahlbeteiligung und damit ungenügende Repräsentierung der älteren Bürger.“