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Marburg Heimische Grüne haben große Erwartungen
Marburg Heimische Grüne haben große Erwartungen
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16:00 11.06.2021
Stephanie Theiss (vorne) ist die Direktkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl – sie setzte sich knapp gegen Marion Messik (rechts) durch. Nadine Bernshausen, Kandidatin zur OB-Wahl in Marburg, gratulierte den Beiden.
Stephanie Theiss (vorne) ist die Direktkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl – sie setzte sich knapp gegen Marion Messik (rechts) durch. Nadine Bernshausen, Kandidatin zur OB-Wahl in Marburg, gratulierte den Beiden. Quelle: Andreas Schmidt
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Marburg

Heute startet die digital organisierte Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen. Sie wird bis Sonntag andauern. Aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf mit dabei als Delegierte ist Stephanie Theiss. Für die Co-Vorsitzende der Kreistagsfraktion der Grünen wird der Bundestagswahlkampf etwas Besonderes werden, denn sie kämpft im hiesigen Landkreis unter anderem gegen Sören Bartol (SPD) und Dr. Stefan Heck (CDU) um das Direktmandat. Jetzt steht aber erst einmal die Diskussion und Verabschiedung des Wahlprogramms für sie im Fokus.

Güne werden nicht nur als Ökopartei wahrgenommen

„Wir haben schon einen sehr guten umfassenden Programmentwurf vorgelegt, der mich zuversichtlich stimmt, dass wir mit einem thematisch starken Angebot in den Wahlkampf gehen werden“, sagt Stephanie Theiss. Sie bedauert es sehr, dass die Versammlung nur digital möglich ist, hält dies aber inhaltlich nicht für einen Nachteil. Theiss ist davon überzeugt, dass die Menschen in Deutschland die Grünen längst nicht mehr ausschließlich als Öko-Partei wahrnehmen, sondern ihnen Kompetenz in allen Themenbereichen zutrauen.

Das soll nun nachhaltig mit dem Wahlprogramm bewiesen werden. Natürlich spiele der Klimaschutz eine zentrale Rolle, aber gepaart mit den wichtigen Themen Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaft. Es müsse sich etwas in Deutschland ändern und die Grünen bieten dazu die Antworten, so Theiss. Natürlich werde derzeit Annalena Baerbock in der Öffentlichkeit auf Herz und Nieren abgeklopft, aber das große Interesse an ihrer Person zeige ja auch, dass man sie politisch als ernsthaften Gegner der derzeit regierenden Union wahrnehme.

„Annalena Baerbock verkörpert die neuen Ideen, die neuen Ansätze, mit denen wir die Zukunft gestalten wollen“, sagt Theiss. Die Zeit sei reif, Neues zu wagen, um nachhaltige Antworten auf aktuelle Probleme zu finden. Sie ist sicher, dass das Wahlprogramm Menschen aus allen Bevölkerungsschichten ansprechen wird. Entsprechend groß sind ihre Erwartungen für den 26. September.

Baerbock soll frischen Wind in die Bundespolitik bringen

Michael Meinel aus Lahntal ist neben Stephanie Theiss Co-Vorsitzender der Kreistagsfraktion, allerdings kein Delegierter. Er teilt aber mit Theiss die Erwartung, dass hier ein Programm vor der Verabschiedung steht, das viele Wählerinnen und Wähler inhaltlich überzeugen wird, sodass „endlich im Bund die richtigen Rahmenbedingungen für einen effektiven Klimaschutz samt Energiewende vor Ort geschaffen werden“, meint Meinel. Baerbock hält er für die „absolut richtige Person“ an der Spitze der Grünen, weil sie für die Veränderungen stehe, die nun notwendig sind und „frischen Wind in die Bundespolitik bringen sollen“.

Hans-Werner Seitz, Sprecher des Kreisverbandes der Grünen, ist sich sehr sicher, dass das zu beschließende Programm am Ende sehr ausgewogen sein wird und man mit inhaltlicher Klarheit dann erstmals um einen echten Führungsanspruch auf Bundesebene kämpfen werde. Annalena Baerbock traut er zu, den Kampf um das Kanzleramt gut zu gestalten. „Sie ist sich ihrer Rolle bewusst und hat ein klares Ziel“, so Seitz. Wichtig sei es, polarisierende Themen in ihrer Ganzheit zum Wähler zu transportieren. „Wenn über den Benzinpreis gesprochen wird, muss auch klar sein, dass wir auch Kompensationen anbieten für Menschen, die ärmer sind und solche, die aufs Auto angewiesen sind. Fakt ist aber, dass wir CO2 einsparen müssen“, führt Seitz aus. Die Grünen aus dem Landkreis glauben an die Chance, das „Grün“ im Bund ans Regieren kommt. Sie halten auch Annalena Baerbock für stark genug, Kanzlerin zu werden.

Von Götz Schaub

11.06.2021
11.06.2021