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Marburg Großes Interesse an Beratung
Marburg Großes Interesse an Beratung
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10:04 09.12.2021
Viele Fragen drehen sich um die „Booster“-Impfung.
Viele Fragen drehen sich um die „Booster“-Impfung. Quelle: Bernd Von Jutrczenka
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Marburg

Viele Leserinnen und Leser der OP haben in den vergangenen Tagen das Angebot in Anspruch genommen, ihre Fragen rund um die Corona-Pandemie an die Redaktion zu schicken. Eine Auswahl dieser Fragen beantwortet heute Dr. Birgit Wollenberg vom Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

So wollte Julika Wagenhäuser wissen: „Ab wann kann man die 3. Impfung im Landkreis Marburg-Biedenkopf bekommen, wenn man zwischen 30 und 34 Jahren ist?“ Die generelle Aussage, so die OP-Leserin, laute ja, dass man sechs Monate warten solle: „Manche Zeitungsartikel sagen aber auch, dass man sich bereits nach fünf Monaten oder sogar früher das dritte Mal impfen lassen kann.“

Aus dem Gesundheitsamt heißt es dazu: „Derzeit wird an den öffentlichen Impfstellen des Landkreises sechs Monate nach der letzten Impfung die Auffrischimpfung angeboten.“

Anette Weber würde gerne wissen, ob es „für die Boosterimpfung wieder mobile Impfteams gibt, die zu schwer pflegebedürftigen nach Hause kommen – allerdings auch zeitnah!“

Anette Weber findet, dass diese Personengruppe „wieder einmal bei der ganzen Impfaktion nicht erwähnt“ werde und sie schreibt: „Es wäre mit großem Aufwand verbunden, meinen pflegebedürftigen Angehörigen in die Arztpraxis zu bringen, wo an Impftagen mächtig Publikumsverkehr herrscht, den es doch eigentlich zu vermeiden gilt.“ Hier lautet die unmissverständliche Antwort des Kreises: „Nein, das ist Aufgabe der behandelnden Haus- und Fachärztinnen und -ärzte.“

Die Großmutter von Milena Pommerenke ist 80 Jahre alt und war im Dezember 2020 an Corona erkrankt. Nun sei sie im April einmal geimpft worden, schreibt Milena Pommerenke und fragt: „Benötigt sie jetzt noch eine Booster-Impfung oder ist sie schon so immun, dass es überfällig ist?“ Sie sollte sich „boostern“ lassen, empfiehlt Birgit Wollenberg: „Zumal die letzte Impfung nun sechs Monate zurückliegt.“

Die nächste Frage stammt von Henning Wassermann aus Marburg. Er schreibt: „Ich wurde am 27. Februar dieses Jahres zum zweiten Mal geimpft. Am 2. Oktober ’21 habe ich über meine Hausärztin eine labortechnische Antikörperbestimmung veranlasst. Als Ergebnis hat mir die Ärztin mitgeteilt, dass ich noch 55 Prozent Antikörper habe und mir die Verstärker-(Booster) Impfung zeitnah empfohlen. Die habe ich dann am 2. November mit gleichem Impfstoff gemeinsam mit einer Grippeschutz-Impfung erhalten.“ Wie schon bei den ersten beiden Impfungen habe er keine Impfreaktionen gespürt, so Henning Wassermann weiter.

Wie stark lässt der Impfschutz nach?

Dr. Birgit Wollenberg

Da er nicht wisse, wie viele Antikörper das Immunsystem nach der zweiten Impfung im September gebildet habe, könne er nicht bewerten, wie stark die Immunität gegen Covid19 in 7 Monaten nachgelassen habe. Wassermanns konkrete Fragen lauten: „Gibt es Studien/Erkenntnisse darüber, wie stark der Impfschutz mit Comirnaty von Biontech/Pfizer über die Zeit nachlässt und wann ich mich im nächsten Jahr wieder impfen lassen muss? Kann man starke beziehungsweise schwache spürbare Impfreaktionen mit einer starken/schwachen Reaktion des Immunsystems auf den Impfstoff korrelieren?“

Dazu kommt aus dem Gesundheitsamt ein klares Nein – Birgit Wollenberg erklärt: „Die Aussagekraft der Antikörper-Titer ist weiterhin unzureichend. Mit der Ausnahme sehr hoher oder gar nicht vorhandener Antikörper kann leider derzeit keine verlässliche Aussage zum aktuellen und zukünftigen Immunschutz gemacht werden.“

OP-Leser Dieter Fischer fragt, ob seine Frau an seiner Arbeitsstelle – was theoretisch möglich wäre – mitgeimpft werden kann, auch wenn noch keine sechs Monate zwischen ihren beiden Impfungen liegen. Dazu lautet die Antwort des Gesundheitsamts: „Der Betriebsarzt ist befugt, auch vor Ablauf der sechs Monate nach individueller ärztlicher Abwägung zu entscheiden, sofern genügend Impfstoff vorhanden ist.“ Ein 69-jähriger OP-Leser will wissen, wie lange sich sein Impfschutz verlängert. Er fragt: „Ich habe nach 2x Astra Booster mit Biontech erhalten. Von wie vielen Monaten Schutzverlängerung geht man aus? Wollenbergs Antwort: „Wir gehen von einem Schutz aus, der länger anhält als sechs Monate. Genaueres ist derzeit noch nicht bekannt.“

Karl-Michael Opitz schrieb an die OP-Redaktion: „Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen mit möglichen Nebenwirkungen im Kontext der Covid-Impfung (ich bin 3x geimpft) und deren Behandlung musste ich feststellen, dass es wohl keine Anlaufstelle für die Beratung von Geimpften gibt.“

„Wohin kann man sich wenden?“

Opitz machte die Erfahrung, dass es selbst im UKGM nur eine Beratungsstelle für an vormals an Covid-Erkrankte im Hinblick auf Long-Covid gibt und er schreibt weiter: „Ein Mitarbeiter der Beratungsstelle hatte diesbezüglich bereits viele Anfragen, musste diese aber, wie meine, mit Bedauern abweisen.“ Also fragt der OP-Leser: „Wohin kann man sich wenden, wo speziell die Thematik der möglichen Covid-Impfnebenwirkungen gesammelt wird und Beratungen stattfinden?

Haus- und Fachärzte beraten individuell

Auf diese Frage antwortet die Leiterin des Gesundheitsamts: „Individuelle Beratung bieten auch in dieser Frage Haus- und Fachärzte. Zudem finden sich Hinweise zu wichtigen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, auch zum Thema Impfnebenwirkungen, auf den Seiten des Robert Koch-Instituts.“ (https://www.rki.de, Anm. d. Red.)

  • Unter der E-Mail-Adresse: coronafragen@op-marburg. de können Sie, liebe Leserinnen und Leser, uns weiter schreiben, wenn Sie im Zusammenhang mit der Pandemie Fragen haben. Die Redaktion wird versuchen, Ihre Fragen mit den Fachleuten zu erörtern und Antworten zu liefern. Gern können Sie uns auch schreiben an: Oberhessische Presse, Franz-Tuczek-Weg 1, 35039 Marburg, Stichwort „Coronafragen“.

Von Carsten Beckmann

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