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Marburg „Wenn Gott einer von uns wäre“
Marburg „Wenn Gott einer von uns wäre“
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13:00 09.12.2021
Von links: Ann-Kathrin Fechtner (Mitarbeiterin St. Martin-Haus), Marieke Kräling und Claudia Plociennik (Mitarbeiterinnen Citypastoral) vor der Graffiti-Krippe
Von links: Ann-Kathrin Fechtner (Mitarbeiterin St. Martin-Haus), Marieke Kräling und Claudia Plociennik (Mitarbeiterinnen Citypastoral) vor der Graffiti-Krippe Quelle: Larissa Pitzen
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Marburg

Was wäre eigentlich, wenn Gott einer von uns wäre? Getreu dem Liedtitel „One Of Us“ von Joan Osborne, in welchem sie sich genau dieser Frage stellt, hat das Citypastoral-Team der katholischen Kirche Marburg gemeinsam mit Jugendlichen des St. Martin-Hauses und dem Künstler Hekmac eine Graffiti-Krippe entwickelt und gesprayt.

In einem dreitägigen Workshop haben sich die 14- bis 16-Jährigen des St. Martin-Hauses ein Konzept zu diesem Motto überlegt und angefangen zu sprayen. „Die Jugendlichen hatten großen Spaß beim Sprayen. Und aus einzelnen vorgeschlagenen Elementen wie einem Tannenbaum oder dem Weihnachtsmarkt wurde dann dieses Kunstwerk“, erzählt Ann-Kathrin Fechtner, Mitarbeiterin des St. Martin-Hauses.

Marieke Kräling und Claudia Plociennik, Mitarbeiterinnen von Citypastoral haben das Projekt mit initiiert. „Wir haben uns bewusst für das Graffiti entschieden, weil wir eine moderne Ausdrucksform wählen wollten“, sagt Plociennik. Gestalterisch wurde das Thema deshalb in die Szenerie des Oberstadt-Weihnachtsmarktes versetzt. Dort sitzt eine junge Familie auf der Bank, die für Maria, Josef und Jesus steht, umgeben von Lichtern. Zu finden ist das Kunstwerk in der Bahnhofstraße, direkt, wenn man vom Bahnhof kommt, hinter der Brücke, auf der linken Seite an einer Hausfassade.

Gott auf die Straße bringen

„Diesen Platz haben wir ebenfalls bewusst gewählt“, erklärt Kräling, „Wenn man hier im Feierabendverkehr im Stau steht, kann man sich bewusst Zeit nehmen, um die Krippe anzuschauen.“ Schon im Liedtext von „One of Us“ heißt es: „What if God was one of us, just a stranger on the bus try to make his way home“, was so viel bedeutet wie „Was wäre, wenn Gott einer von uns wäre, nur ein Fremder im Bus, der auf dem Weg nach Hause ist“. Passend zum Thema, denn Ziel der Aktion sei es laut Kräling „die christliche Botschaft auf die Straße zu bringen“ – und das auf moderne Art und Weise. Auch Claudia Plociennik war es wichtig, die Weihnachtsgeschichte zu aktualisieren. „Damit möchten wir sagen, dass Gott jetzt Mensch wird, wir können Gott in jedem von uns finden“, meint sie.

Jeden Advents-Freitag ab 17 Uhr wird die Kulisse musikalisch untermalt. Mehrere Künstler und Künstlerinnen spielen ihre „Fünf Lieder um Fünf“. Zudem hat das City-Pastoral-Team den „Briefkasten des Christkindes“ an der Kugelkirche in Marburg aufgestellt. Dort können die Kinder einen Brief an das Christkind einwerfen. „Und jeder der einen Brief schreibt, erhält auch eine Antwort“, versichert Kräling mit einem Zwinkern.

Von Larissa Pitzen

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