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Marburg Knochen, Keramik und Hausüberreste entdeckt
Marburg Knochen, Keramik und Hausüberreste entdeckt
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14:58 11.07.2020
Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (2.von rechts) und Bürgermeister Wieland Stötzel (links daneben) ließen sich mit Reinhold Kulle und Manuela Klug vom , Fachdienst Stadtplanung und Denkmalschutz (3. und 2. von links) und Rüdiger Halbach, Fachdienst Tiefbau (links) von Dr. Christa Meiborg (Mitte) und Susanne Gütter vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen (rechts) über die Grabungsstelle am Firmaneiplatz führen. Vorne arbeiten Mitarbeiterinnen. des Landesamts. Quelle: Foto: Thomas Steinforth/Stadt Marburg
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Marburg

Spannende Funde, die Einblicke in die Vergangenheit geben, hat das Landesamt für Denkmalpflege bei Ausgrabungen im Bereich der Elisabethkirche ans Licht gebracht: Am Firmaneiplatz haben sie Knochen entdeckt – und Spuren eines Wohnhauses aus dem 13. Jahrhundert. Sobald die archäologischen Untersuchungen abgeschlossen sind, bekommt der Platz eine ganz neue Gestaltung.

„Hier verlief der Schwellbalken, also das Fundament eines alten Fachwerkhauses“, sagt Grabungstechnikerin und Grabungsleiterin Susanne Gütter vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen und zeigt auf eine Steinreihe. „Das heißt, dass dieses Areal in früherer Zeit um einiges tiefer lag als heute.“.

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Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Bürgermeister Wieland Stötzel machten sich an der Ausgrabungsstelle gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung ein Bild von der Geschichte, die bei den Ausgrabungen sichtbar wurde – in etwa 1,60 Metern Tiefe in einer Grube am Firmaneiplatz. Das Haus entstamme vermutlich dem 13. Jahrhundert, so die Expertin. „Später wurde dieses Areal auch für Bestattungen genutzt.“

Frau im Tuch beerdigt

Tatsächlich graben ihre Kolleginnen gerade einen nochmal tiefer liegenden Bereich frei, in dem sich Gebeine befinden. „Das war eine Frau, die etwa 50 bis 60 Jahre alt geworden ist. Das Skelett gibt Anzeichen darauf, dass sie schwer gearbeitet hat“, sagt Gütter. Es gibt keinen Hinweis auf einen Sarg, vermutlich wurde sie in einem Tuch beerdigt. Bestattungen hätten in diesem Areal stattgefunden, berichtet Dr. Christa Meiborg, Leiterin des Bereichs Mittelalter- und Neuzeitarchäologie der Marburger Außenstelle des Landesamtes. Bislang sind an dieser Stelle 19 Bestattungen nachweisbar. Die meisten Skelette werden wieder bestattet, die Skelette aus der aktuellen Ausgrabungsfläche werden anthropologisch auf Geschlecht, Sterbealter und mögliche Krankheiten hin untersucht, bevor sie im Depot verwahrt werden.

Weitere Fundstücke der Ausgrabungen waren eine gut erhaltene Topfkachel, die zu einem Ofen gehört hat, und größere Scherben eines Keramikkruges. Große Teile von Gegenständen würden nicht so häufig gefunden, oft seien es nur kleine Scherben, so die Expertinnen. Die Funde datieren sie auf den Zeitraum 13./14. Jahrhundert.

Ende Juli sollen die Grabungen abgeschlossen sein. Das derzeit untersuchte Areal wird die Brunnenkammer für den neuen Brunnen auf dem Firmaneiplatz aufnehmen.

Von unseren Redakteuren

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10.07.2020