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Marburg Globale-Filmfestival startet in Marburg
Marburg Globale-Filmfestival startet in Marburg
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18:58 17.06.2021
Ausgewählte Dokumentarfilme sind bei der Globale 2021 in Marburg und Gießen zu sehen. Es startet am heutigen Freitag mit „No Gold for Kalsaka“ im Marburger Capitol-Center.
Ausgewählte Dokumentarfilme sind bei der Globale 2021 in Marburg und Gießen zu sehen. Es startet am heutigen Freitag mit „No Gold for Kalsaka“ im Marburger Capitol-Center. Quelle: Veranstalter
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Marburg

Seit 2009 gibt es die Globale Mittelhessen. Die Veranstalter verstehen die Globale als „Filmfestival für globale Gerechtigkeit“. Gezeigt werden in der Regel im Frühjahr ausgewählte Dokumentarfilme, die die Probleme vor allem des sogenannten globalen Südens aufgreifen und einem westlichen Publikum vermitteln wollen. Beleuchtet werden insbesondere die Auswirkungen unserer Konsumgesellschaft auf die Menschen der dritten Welt.

Wegen der Corona-Pandemie musste das Festival im vergangenen Jahr komplett abgesagt werden. Manuel Kästner vom Globale-Team teilte mit, man habe das Festival dieses Mal unbedingt stattfinden lassen wollen. Er verwies auf Hybrid-Veranstaltungen: Neben dem Präsenzformat werde ein Großteil des Filmprogramms auch online angeboten. Wegen Corona wurde das Festival 2021 vom Frühjahr in den Sommer verschoben. Es gibt vom 18. Juni bis zum 4. Juli eine etwas kleinere Version mit weniger Spielorten.

Zum Start um 19 Uhr: „No Gold for Kalsake“

Marburg ist wieder mit dabei: Freitagabend (18. Juni) wird die Globale Mittelhessen um 19 Uhr im Capitol-Center in der Biegenstraße mit der Dokumentation „No Gold for Kalsaka“ eröffnet. Thema des Films: Bis zur Ankunft eines multinationalen Bergbauunternehmens lebten die Menschen in Kalsaka (Burkina Faso) von der Landwirtschaft.

Der mittlerweile gestürzte Premierminister Compaoré ebnete dem Konzern den Weg zum Gold in der Region. Versprochen wurden Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und eine Verbesserung der Schul- und Gesundheitsversorgung. Doch von dem Gold, das gefördert wurde, ist nichts bei der lokalen Bevölkerung angekommen. Geblieben sind verseuchte Brunnen, eine Kraterlandschaft und die schiere Verzweiflung. Als Gesprächspartner nach dem Film zu Gast ist Sarah Kirst von „Glocon“, einem Forschungsprojekt der Freien Universität Berlin.

Internationalen Themen und Herausforderungen

Trotz der Aufmerksamkeit, die sich auf Corona konzentriere, seien die internationalen Themen und Herausforderungen nicht weniger geworden. Das Filmfestival wolle dazu anregen, den eigenen Horizont zu erweitern und sich auf eine Auseinandersetzung mit globalen Themen einzulassen – „viele von ihnen betreffen uns früher oder später selbst in unserem Leben“, meint das Organisationsteam. In Marburg stehen am Sonntag (20. Juni) im Capitol-Center vier Filme auf dem Programm: Um 11 Uhr zeigt „Butenland“ das Leben auf einem ganz besonderen Bauernhof, auf dem es keine Nutztiere mehr gibt.

Um 15 Uhr geht es in „Die Akte BND“ um geheime Waffengeschäfte deutscher Reeder und des Bundesnachrichtendiensts. „One World“ wirft um 18 Uhr einen Blick auf die Marshallinseln, die wegen des Klimawandels und des damit verbundenen Anstiegs des Meeresspiegels zu versinken drohen.

Auch finanzielle Unterstützung

Um 20.30 Uhr geht es in „Was kostet die Welt“ auf die Insel Sark im Ärmelkanal. Die Doku zeigt, welche Auswirkungen der Landkauf zweier Milliardäre auf die etwa 600 Einwohnerinnen und Einwohner hat. In den Festival-Filmen geht es nach Auskunft der Veranstalter „immer wieder um Menschenrechte und die Darstellung verschiedener sozialer Bewegungen, aber auch um Themen wie Klimawandel, Wasserknappheit, Verteidigung unserer globalen Lebensgrundlagen, Selbstbehauptung, Waffengeschäfte, Kampf um Gendergerechtigkeit und Verteilungsgerechtigkeit“.

Finanziell unterstützt wird die Globale Mittelhessen aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), von Hessenfilm, Brot für die Welt, der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt sowie der Stadt Gießen und der Stadt Marburg.

Das komplette Programm finden Sie hier.

Von Uwe Badouin

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