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Marburg Für belastete Unternehmen „zählt jeder Euro“
Marburg Für belastete Unternehmen „zählt jeder Euro“
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11:00 16.12.2021
„Jeder Euro zählt“ für belastete Unternehmen, so die Auffassung von Peter Lather, dem Vorsitzenden der IHK-Regionalversammlung Marburg.
„Jeder Euro zählt“ für belastete Unternehmen, so die Auffassung von Peter Lather, dem Vorsitzenden der IHK-Regionalversammlung Marburg. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
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Marburg

Die IHK Kassel-Marburg hatte sich bereits rund um die Diskussion zur Senkung der Gewerbesteuer in Marburg geäußert und diese begrüßt (die OP berichtete). Doch verwechsele die derzeitige Zuspitzung der Diskussion um die Pläne auf die Frage, ob Biontech damit ein Steuergeschenk gemacht werde, laut IHK Ursache und Wirkung. Für Peter Lather, den Vorsitzenden der IHK-Regionalversammlung Marburg, steht fest, dass es ein Fehler sei, die Gewerbesteuer quasi zum Spielball der neuen Marburger Stadt-Koalition zu machen. „Die Entscheidung über die Senkung nicht zu treffen, nur, damit eine Koalition gerettet wird, kann nicht der richtige Weg sein – dann hat man bei der Koalition vielleicht einfach die falschen Partner gewählt“, sagt er im Gespräch mit der OP.

Die geplante Gewerbesteuersenkung beträfe alle zur Gewerbesteuer veranlagten Unternehmen gleichermaßen, immerhin nahezu 1 000 Unternehmen in Marburg. „Und die Gewerbetreibenden benötigen das Geld dringend. Denn die einen sind von Corona-Auswirkungen gebeutelt, die anderen haben mit immens gestiegenen Rohstoffpreisen oder Kostensteigerungen beim Personal zu tun“, sagt Lather.

Kostenschrauben gehen nach oben

„Die Kostenschrauben gehen extrem nach oben – eine Senkung der Gewerbesteuer hilft also den Gewerbetreibenden, auch in die Zukunft zu investieren“, steht für den Unternehmer aus Lohra fest. Jeder Euro Entlastung zähle. Die Hebesatzanpassung sei die Basis, um auch zukünftig attraktive stabile Arbeitgeber in der Region zu haben. Marburg setze mit einer Senkung der Gewerbesteuer das richtige Zeichen in dieser Zeit, Industrie, Handel und Dienstleistungen explizit zu fördern.

„Dass Marburg in der glücklichen Lage ist, über Unternehmen zu verfügen, die in dieser wirtschaftlich schwierigen Situation für deutliche Mehreinnahmen sorgen, eröffnet Spielräume, um die breite Masse an Unternehmen zu entlasten“, so Lather. So werde die Grundlage gelegt, auch zukünftig Gewerbesteuereinnahmen von einer Vielzahl von mittelständischen Unternehmen zu erzielen.

Solidarisches Zeichen

Dass der Magistrat nun eine Herabsetzung der Gewerbesteuer für alle Gewerbebetriebe vorschlage, sei vielmehr als ein solidarisches Zeichen gegenüber allen in Marburg Gewerbesteuer zahlenden Unternehmen zu werten und trage nachhaltig zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft bei. Von den zukünftigen Gewerbesteuereinnahmen profitieren über entsprechende Umlagen darüber hinaus auch Landkreis, Landkreiskommunen und Land.

„Entscheidend ist die absolute Zahl der erwarteten Gewerbesteuereinkünfte in Höhe von 286,5 Millionen – und diese ist auch nach der Senkung deutlich höher als zuvor mit 121 Millionen Euro“, so Oskar Edelmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel-Marburg. Bereits ohne diese Mehreinnahmen finanzierten die Marburger Unternehmen in 2020 über die Gewerbesteuer rund 43 Prozent des Haushalts der Universitätsstadt Marburg. Nun stünden der Stadt aufgrund der Mehreinnahmen zusätzliche finanzielle Mittel in erheblicher Höhe zur Verfügung, um beispielsweise Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Digitalisierung und Klimaschutz zu realisieren.

Von Andreas Schmidt

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