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Marburg Biontech sorgt für Mehreinnahmen
Marburg Biontech sorgt für Mehreinnahmen
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20:00 09.11.2021
Eine Textausgabe der Kommentare zum Gewerbesteuergesetz in der 7. Auflage liegt auf dem Tisch am Rande des Steuerberatertages. Die Stadt Marburg kann offenbar mit Einnahmen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro an Gewerbesteuern rechnen.
Eine Textausgabe der Kommentare zum Gewerbesteuergesetz in der 7. Auflage liegt auf dem Tisch am Rande des Steuerberatertages. Die Stadt Marburg kann offenbar mit Einnahmen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro an Gewerbesteuern rechnen. Quelle: Oliver Berg/dpa
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Marburg

Am Dienstag verkündete der Impfstoff-Hersteller Biontech seine Quartalszahlen: Demnach stieg der Gewinn des Mainzer Unternehmens, das auch einen großen Produktionsstandort in Marburg hat, in den ersten neun Monaten des Jahres auf 7,1 Milliarden Euro.

Davon wird auch die Universitätsstadt Marburg profitieren – in Form von einem immens hohen Gewerbesteuer-Plus. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) sagt auf Anfrage: „Die Universitätsstadt Marburg erwartet eine erhebliche Verbesserung ihrer Gewerbesteuereinnahmen. Konkrete Zahlen können wir heute noch nicht nennen.“ Und auch, dass das Plus von Biontech stammt, bestätigt die Stadt nicht – mit dem Hinweis auf das Steuergeheimnis.

Doch könnte Marburg offenbar mit bis zu 300 Millionen Euro rechnen. Denn: Mainz – Stammsitz von Biontech – verkündete am Dienstag auf einer Pressekonferenz, dass man von einem Gewerbesteuer-Plus in Höhe von 1,09 Milliarden Euro ausgehe und damit der defizitäre Haushalt im kommenden Jahr ausgeglichen sei. Auch Idar-Oberstein, wo Biontech einen leicht kleineren Produktionsstandort als in Marburg besitzt, berichtet von 200 Millionen Euro Steuer-Plus – beide Städte nennen das Pharma-Unternehmen jedoch ebenfalls nicht beim Namen.

Klar ist für Marburg: Sollten die 300 Millionen Euro kommen, so wäre der Betrag höher, als die gesamten geplanten Einnahmen des Haushalts für das kommende Jahr mit seinen veranschlagten 268 Millionen Euro. Und: Das eigentlich eingeplante knapp 18-Millionen-Defizit wäre mehr als nur passé.

Spies mahnt jedoch, dass „Zurückhaltung in jeder Hinsicht“ geboten sei – denn es seien auch nach unten „erhebliche Schwankungen der Gewerbesteuer“ möglich, wie die Vergangenheit gezeigt habe. „Deshalb ist bei aller Freude über die gute Nachricht nun dringend größte Ruhe und Besonnenheit geboten im Umgang mit der erhöhten Ertragserwartung. Erst nach Jahren werden wir verlässlich einschätzen können, ob und wie weit sich Veränderungen verstetigen.“

Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema lesen Sie (kostenpflichtig) hier: Biontech füllt das Marburger Stadtsäckel

Von Andreas Schmidt

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