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Marburg Geschmückte Traktoren überraschen Kinder
Marburg Geschmückte Traktoren überraschen Kinder
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07:57 10.12.2020
Lina (7) freute sich sehr, dass sie in Papas weihnachtlich beleuchteten Schlepper mit dabei sein durfte, um die kleinen Patienten zu überraschen.
Lina (7) freute sich sehr, dass sie in Papas weihnachtlich beleuchteten Schlepper mit dabei sein durfte, um die kleinen Patienten zu überraschen. Quelle: Fotos: Nadine Weigel
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Marburg

Da fuhren sie wieder einmal im Traktor- und Schlepper-Konvoi durch den Landkreis. Landwirte aus dem Hinterland, dem Nord-, dem Süd- und dem Ostkreis. Wie so oft in diesem Jahr. Aber dieses Mal ging es ihnen nicht um eine Protestaktion. Obwohl, seien wir ehrlich, sie gerade jetzt wieder gute Gründe dafür hätten, wenn man nur an die Preise ihrer Erzeugnisse in den Discountern und diverse anstehende politische Entscheidungen denkt, die Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Arbeit in Deutschland haben werden. Aber das ist jetzt nicht Gegenstand dieser Geschichte. Landwirte sind eben nicht nur auf ihr berufliches Anliegen festgelegt, wenn sie eine Aktion starten. Und die gestern galt einzig und allein Kindern.

Welchen Kindern? Nun Kindern, die derzeit im Krankenhaus sind, die die Vorweihnachtszeit nicht unbeschwert zu Hause genießen können, die vielleicht auch über Weihnachten im Krankenhaus bleiben müssen. Für sie schmückten die Landwirte insgesamt 45 Fahrzeuge mit bunten und auch blinkenden Lichterketten, mit Sternen und beleuchteten Nikoläusen.

So kamen sie zunächst in der Conradi-Straße auf den Lahnbergen zusammen, ehe es dann einmal im Konvoi und einem Nikolaus aus Fleisch und Blut (der im realen Leben unter dem Namen Thorsten Weigel bekannt ist) auf einem angehängten Wagen einmal um das Universitätsklinikum ging. Nach dieser schön anzusehenden Runde, die von zahlreichen kleinen und jungen Zuschauern von der Kinderstation aus, aber auch direkt an der Straße bestaunt wurde, kam es dann zur Bescherung: Spielzeug, das natürlich auch etwas mit Landwirtschaft zu tun hatte, Tret-Traktoren, Bobbycars, Spielzeug-Traktoren, aber auch Malbücher und Kinderbücher, die einen Bauernhof zeigen, wurden aus einem großen Anhänger, der sonst für den Pferdetransport gedacht war, hervorgezaubert.

Scheck über 500 Euro

Dazu noch ein Scheck über 500 Euro und zahlreiche Gutscheine von heimischen Landwirten, die die Kinder, wenn sie denn wieder genesen sind und die Corona-Pandemie vorbei ist, einladen, ihren Hof zu besuchen und Bekanntschaft mit den Tieren zu machen. Auch wurden Gutscheine über geführte Ausflüge in den Wald mit Picknick überreicht. Von wem jetzt genau an wen? Also von Harald Platt aus Altenvers und Niklas Schäfer aus Hachborn, die die Organisation übernommen hatten, an den Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Marburg, Professor Rolf Felix Maier, an Professor Guido Steitz und an die kaufmännische Geschäftsführerin des Universitätsklinikums Marburg, Sylvia Heinis. Diese zeigten sich sehr beeindruckt, dankbar und hocherfreut über diese noch nie dagewesene Aktion für die derzeit gut 80 Kinder im Krankenhaus.

Platt und Schäfer hoben hervor, dass sie nicht Ideengeber waren, sondern die Idee aus Nordrhein-Westfalen importiert haben.

Die Aktion ist allgemein unter dem Titel "Ein Funken Hoffnung" bekannt und fand dieser Tage auch schon in einigen hessischen Städten statt. Jedenfalls stieß sie auch auf mediales Interesse, neben dieser Zeitung waren auch „RTL Hessen“ und der „hr“ fürs Fernsehen mit Kamerateams dabei.

Harald Platt zeigte sich sehr berührt. Er sagte, er selbst habe gesunde Kinder und ein gesundes Enkelkind, müsse sich keine Sorgen machen. Man sollte doch mehr Dankbarkeit zeigen, jeden Morgen gesund aufwachen zu dürfen.

Er hofft, dass den Kindern die Spielsachen gefallen und Freude in ihr Leben bringen, weil jemand an sie gedacht hat. Professor Maier ist sich sicher, dass die Geschenke und Spenden einen positiven Einfluss auf die Kinder im Krankenhaus haben. „Jede positive Stimmung bei den Kindern trägt auch zum Genesungsprozess bei. Das wird auch den Familien gut tun“, sagt er.

Von Götz Schaub

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