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Marburg Metzgerei Hoffmann wechselt in bewährte Hände
Marburg Metzgerei Hoffmann wechselt in bewährte Hände
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11:58 19.01.2021
Markus und Kathrin Dehnert (vorne) haben die Metzgerei Hoffmann von Erich (Zweiter von rechts) und Karin Hoffmann übernommen. Es gratulierten Fleischer-Obermeister Martin Meier (links) und Ortsvorsteher Dirk Vaupel.
Markus und Kathrin Dehnert (vorne) haben die Metzgerei Hoffmann von Erich (Zweiter von rechts) und Karin Hoffmann übernommen. Es gratulierten Fleischer-Obermeister Martin Meier (links) und Ortsvorsteher Dirk Vaupel. Quelle: Foto: Andreas Schmidt
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Marburg

Markus Dehnert hat zum 1. Januar die Metzgerei Hoffmann in Wehrda übernommen. Mitten in der Corona-Pandemie. Ein gewagtes Unterfangen? „Nein, überhaupt nicht“, sagt er. Der Laden laufe gut, die Verkaufswagen der Metzgerei auf den Märkten – bis Gießen, Wetzlar und Bad Homburg fahren die Wagen – „sind gut frequentiert – gerade in der jetzigen Zeit“. Die Pandemie sorge dafür, dass die Kundschaft sich mehr Gedanken über Ernährung mache – das mache sich positiv in den handwerklichen Metzgereien bemerkbar. „Wir haben auch ein Bio-Sortiment, sind also gut aufgestellt.“ Das Schlachtvieh komme aus der Region, werde in Niederasphe geschlachtet, „die Verbraucher wissen also, woran sie sind“.

Schon seit mehr als 28 Jahren arbeitet Dehnert in der Metzgerei: Der heute 44-Jährige absolvierte bereits seine Ausbildung in der Metzgerei, arbeitete dann als Geselle, absolvierte die Meisterprüfung – und ist nun der Chef. Und zwar für acht Verkäuferinnen in Voll- und Teilzeit, drei Kräfte in der Wurstküche „plus mich. Und es gibt ein kleines Luxusproblem. Denn wir haben gleich zwei Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz zum Fleischer, können aber nur einen nehmen.“ Fleischer-Obermeister Martin Meier sagte aber bereits Hilfe zu.

Meier betont dann auch: „Eine solche Übernahme ist keine Selbstverständlichkeit in der Branche.“ Doch Dehnert kenne nicht nur die Abläufe im Betrieb, „sondern auch die Kundschaft sehr genau. Insgesamt gibt es hier in der Metzgerei nun eine Situation, über die sich jeder nur freuen kann: Die, die sich verabschieden – und die, die neu in diese Verantwortung treten.“ Denn: Der Ex-Inhaber Erich Hoffmann werde auch weiterhin noch ein wenig mitarbeiten, seinen Nachfolger nicht gänzlich alleine lassen.

Und: Meier begrüßte Markus Dehnert auch als neues Innungsmitglied, von denen es derzeit 24 gebe. „Ich hoffe, dass wir diese Zahl möglichst lange gut halten können, weil die Metzgerei im Ortsteil etwas sehr Wichtiges ist“, so Meier. Metzger hätten eine Nahversorgerfunktion, seien aber auch quasi eine soziale Anlaufstelle, denn das „Pläuschchen“ über die Theke hinweg komme nicht zu kurz.

Freude über die Nachfolge

Dirk Vaupel, Ortsvorsteher von Wehrda, weiß: „Wenn ein Geschäft im Ort nicht direkt weitergeführt wird, dann ist in der Regel auch Schluss – einmal zu, ist zu.“ Das sei hier zum Glück nicht der Fall. „Ich habe ihn damals auch schon gedrängt, Wehrführer in der Feuerwehr zu werden“, sagt Vaupel lachend. Er habe das Amt sehr erfolgreich geführt „und auch eine sehr erfolgreiche Wehr an seinen Nachfolger übergeben – einen solchen Erfolg wünsche ich Kathrin und Markus Dehnert auch für das Geschäft.“

Erich Hoffmann freut sich, einen Nachfolger gefunden zu haben. „Es wäre zwar noch ein wenig Zeit bis zur Rente“, sagt der 63-Jährige, „aber die vergangenen Jahre gab es immer mal wieder gesundheitlich einen kleinen Knacks“. In Bezug auf seinen Nachfolger sagt er: „Er hat einen sehr großen Anteil daran, wie der Betrieb jetzt dasteht.“ Und seine Frau Karin fügt hinzu: „Alleine hätten wir die vergangenen Jahre nicht gestemmt – zusammen haben wir es aber geschafft.“ Und zwar so gut, dass vergangenes Jahr auch der Laden umfangreich umgebaut wurde. „Das waren vier sportliche Wochen, dass es so ein Aufwand wurde, das hätten wir damals nicht gedacht.“ Doch nun gebe es perfekte Voraussetzungen, das Geschäft weiter erfolgreich zu führen.

Dehnert und Hoffmann sind unisono davon überzeugt: „Die Zusammenarbeit, das hat schon immer gut gepasst, da gibt es nach der langen Zeit schon ein blindes Verständnis.“

Man habe dem Gegenüber nur auf die Finger schauen müssen „und wusste dann genau, was er macht“, sagt Dehnert. Dazu gehöre auch, dass der Ex-Chef seinem jetzigen Nachfolger schon früh viele Freiheiten gelassen habe bei der Organisation und in der Wurstküche.

Im August kann Markus Dehnert etwas ganz Besonderes machen: Seiner Frau Kathrin die Ehrenurkunde der Handwerkskammer Kassel überreichen. „Denn dann arbeitet sie seit 25 Jahren in der Metzgerei.

Von Andreas Schmidt

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