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Marburg Genossenschaft unterstützt Regionalität
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11:00 11.10.2021
Die Volksbank Mittelhessen, vertreten durch Vorstandsmitglied Dr. Lars Witteck (von links), kooperiert bei der regionalen Versorgung mit Katharina und Carsten Marin. Die Inhaber der prämierten Marktscheune Wittelsberg stellen ihre mit regionalen Produkten bestückten Automaten in oder an den Filialen des Geldinstitutes, wie am Pilgrimstein in Marburg, auf.
Die Volksbank Mittelhessen, vertreten durch Vorstandsmitglied Dr. Lars Witteck (von links), kooperiert bei der regionalen Versorgung mit Katharina und Carsten Marin. Die Inhaber der prämierten Marktscheune Wittelsberg stellen ihre mit regionalen Produkten bestückten Automaten in oder an den Filialen des Geldinstitutes, wie am Pilgrimstein in Marburg, auf. Quelle: Gianfranco Fain
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Marburg

Das Ziel steht seit Jahresanfang fest: 50 Regiomaten wollen Katharina und Carsten Marin bis 2022 in oder an den Filialen ihres Kooperationspartners, der Volksbank Mittelhessen, aufstellen. In sieben Filialen stehen die Ausgabestellen für regionale Produkte wie Eier, Kartoffeln, Milch, Nudeln, Pfefferbeißer oder Würste schon – die Corona-Pandemie ließ den Aufbau stocken.

Doch in den nächsten vier Wochen kommen zehn Regiomaten im Landkreis dazu, weitere im Nachbarkreis Gießen. Die neuen Automaten stellen die Kooperationspartner entlang der schon bestehenden Befüllungsrouten auf, berichtete Carsten Marin. Das gewährleistet nicht nur ökonomisch und ökologisch sinnvolle Wege, sondern auch eine kontinuierliche Frische der Artikel aus der Region.

Start-Up erhielt jüngst den hessischen Demografiepreis

Mit ihrer Idee, regionale Produkte in Automaten zu verkaufen, gewann die Firma der Marins „Marktscheune Wittelsberg“ den Hessischen Demografiepreis. Das gab dem Start-up einen positiven Schub. „Für uns ist die Kooperation mit der Volksbank Mittelhessen ein Glücksgriff“, sagt Carsten Marin, weil die Volksbank in vielen Orten vertreten sei und einen großen Kundenstamm habe. „Wir freuen uns riesig über die Zusammenarbeit“, sagt Vorstandsmitglied Dr. Lars Witteck. Damit gelinge es, den genossenschaftlichen Gedanken aus der Entstehungszeit der Volksbanken in die Gegenwart zu tragen. Und die Erzeuger der Lebensmittel seien oftmals auch Kunden der Volksbank, fügt Dennis Vollmer an. Zur Kooperation gehört, dass die Volksbank die Aufstellflächen für die Automaten ebenso wie den notwendigen Strom unentgeltlich zur Verfügung stellt. Erforderliche bauliche Veränderungen wie ein Fundament zu gießen oder den Automaten zu überdachen, trägt die „Marktscheune Wittelsberg“.

Die Zusammenarbeit biete also vielen Beteiligten Vorteile. Die Kunden in Stadt und auf dem Lande können tagsüber und auch nach den Öffnungszeiten noch etwas einkaufen. „Wir stellen gerade bei jüngeren Kunden fest, dass Werte wie Regionalität und Nachhaltigkeit wieder im Kommen sind“, sagt Witteck. Carsten Marin fügt an, dass die in den Automaten zu kaufenden regionalen Produkte von kleinen Erzeugern aus näherer Umgebung stammen, die oftmals kaum bekannt sind und auch nicht die Zeit haben, ihre Produkte zu vermarkten. Gegenüber diesen tritt die „Marktscheune Wittelsberg“ als klassischer Wiederverkäufer auf. „Das Risiko mit der Ausschussware tragen wir“, sagt Carsten Marin. Diese geben die Marins kurz vor dem Ablauf der Haltbarkeit zum Einkaufspreis an ein Seniorenpflegeheim weiter.

Füllstände werden in Echtzeit überwacht

Damit möglichst wenig Ware zu entsorgen ist, überwacht Marin die Füllstände der Regiomaten in Echtzeit. Ein weiterer Vorteil des Einsatzes modernster Technik ist: Die Kunden können sich auf der Homepage der Marktscheune informieren, was im Regiomat um die Ecke noch an Butter, Eier, Milch oder Getränken vorhanden ist.

Und wie bekommt ein Erzeuger seine Produkte in einen Regiomat? „Man kann mit uns direkt Kontakt aufnehmen oder dies über die Volksbank tun“, erklärt Carsten Marin. Derzeit gebe es sechs neue Erzeuger, wobei Marins darauf achten, keine konkurrierenden Produkte in die Regiomaten zuzulassen. Deren Größe limitiere auch die Vielfalt, ebenso spiele die Möglichkeit des automatengerechten Verpackens der Lebensmittel eine Rolle. Aber man ermögliche einer großen Vielzahl an Erzeugern, dass ihre Waren in die Regiomaten gelangen, zum Beispiel durch wechselweise Bestellung der Waren.

Von Gianfranco Fain