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Marburg Fronhausen setzt auf neue Bürger-App
Marburg Fronhausen setzt auf neue Bürger-App
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13:00 06.11.2021
Schnelle Infos für die Bürger: Bürgermeisterin Claudia Schnabel und Martin Grebe vom Bürgerbüro stellten die Munipolis-App vor.
Schnelle Infos für die Bürger: Bürgermeisterin Claudia Schnabel und Martin Grebe vom Bürgerbüro stellten die Munipolis-App vor. Quelle: Ina Tannert
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Fronhausen

Gibt es einen Stromausfall in der eigenen Straße? Wo ist die Feuerwehr gerade im Einsatz? Wann findet die Ferienbetreuung der Gemeinde statt und wo kann ich online eine Beschwerde anbringen? Aktuelle Informationen aus der Gemeinde können sich Bewohner aus Fronhausen nun direkt aufs Handy holen.

Und zwar durch die Munipolis-App, über die Verwaltung und Bürger schnell in Kontakt treten können. Wichtige Neuigkeiten aus dem Rathaus landen auf diesem Weg direkt bei den Menschen, die gerade davon betroffen sind. Vom Wasserrohrbruch bis zum Stand des Glasfaserausbaus. Auch in Katastrophenlagen können Informationen innerhalb von Sekunden per App breit gestreut werden, „es ist ganz einfach und eine gute Möglichkeit, an die Einwohner schnell ranzukommen und gezielt zu kommunizieren“, sagt Bürgermeisterin Claudia Schnabel.

App wird erprobt

Die Gemeinde nutzt bereits die Amtsblatt-App des Wittich Medien Verlags, praktisch die digitale Version des Wochenblättchens. Die Munipolis-App geht darüber hinaus, soll das digitale Angebot erweitern und bezieht auch akute Notlagen, lokale Schwerpunkte oder ab Januar einen Mängelmelder mit ein, „die App geht über das normale Informieren hinaus“, so Schnabel. Auch die Bürger können mit der Verwaltung in Kontakt treten, auf Missstände hinweisen, verloren gegangene Tiere oder illegal entsorgten Abfall melden und per GPS-Koordinaten genaue Standorte hinzufügen.

Die Nutzer der kostenlosen App können zudem festlegen, welche Art an Nachrichten sie erhalten möchten, ob aus dem gesamten Gemeindegebiet, zu Verkehrslagen, Kriseninformationen, Veranstaltungen oder ausschließlich Meldungen, die sich auf lokale Punkte, etwa die eigene Straße, beziehen.

Seit ein paar Wochen wird die App von der Gemeinde erprobt, die als erste Kommune im Landkreis Munipolis nutzt, das Angebot künftig noch ausweiten will. Ziel sei der direkte, schnelle Kontakt zu den Bürgern, um einerseits wichtige Warnungen innerhalb von Sekunden verbreiten, andererseits auch jene Menschen ansprechen zu können, die nicht mal eben ins Rathaus kommen.

Ergänzung zu Katwarn

Auch mit Blick auf Pandemie und Flutkatastrophen wolle sie künftig schneller reagieren können, sieht die neue App als lokale Ergänzung zu Katwarn und anderen überregionalen Meldesystemen, zusätzlich zu klassischen Alarmierungen wie der Sirene: „Wir haben im Sommer gesehen, dass wir eine moderne Kommunikation brauchen“, betont Schnabel. Und durch den eigenen Kommunikationskanal könne die Gemeinde gezielter informieren als andere.

Sie sieht in der App auch eine Ausweitung der Bürgerbeteiligung: Über eine Umfrage-Funktion gibt es die Möglichkeit, einfache Umfragen in der Bürgerschaft zu starten und erste Meinungen einzuholen. Ebenfalls entweder gemeindeweit oder lokal begrenzt, etwa wenn um die Anschaffung eines neuen Spielgeräts für den örtlichen Spielplatz oder andere Themen geht. Erfahrungsgemäß werden auch längst nicht alle Bewohner über die klassische Bürgerinformation erreicht, die App solle diese nicht ersetzen, aber ergänzen und jene einbeziehen, die man sonst nicht erreicht: „Es ist viel einfacher, auf dem Handy zu tippen, als zu einer Bürgerversammlung zu gehen.“

Und wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Nachrichten über die App an die Nutzer verbreiten und als Administratoren auf die Daten zugreifen kann neben der Bürgermeisterin etwa Martin Grebe vom Bürgerbüro, unter anderem zuständig für das Standesamt und die EDV. Ebenso weitere Mitarbeiter der Verwaltung, die bereits mit den Einwohnermeldedaten der Bürger betraut sind. Die Daten, welche die Nutzer bei der Registrierung der App angeben – Name, Nummer, eventuell Adresse und Geburtsdatum –, werden nicht an Dritte weitergegeben, versichert Grebe. Auch die Nutzer sehen sich nicht gegenseitig.

Zudem sei das Projekt beziehungsweise der Hersteller von Munipolis, eine gleichnamige tschechische Gesellschaft, von der EU gefördert und als sicher eingestuft worden. Um die Nachrichten aus der App zu erhalten, muss diese zudem nicht zwingend auf dem Endgerät installiert sein. Auf Wunsch können Nutzer Meldungen auch via E-Mail oder SMS erhalten. Blinde oder sehbehinderte Menschen können außerdem per Sprachnachricht informiert werden.

Die Nutzung der App kostet die Gemeinde im Moment noch kein Geld. Erst ab dem zweiten Jahr würden Lizenzgebühren von 1 200 Euro im Jahr fällig.

  • Weitere Informationen auf der Gemeinde-Webseite www.gemeinde-fronhausen.de, wo man sich auch bei Munipolis registrieren kann. Die App gibt es zudem kostenlos im App-Store.

Von Ina Tannert

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