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Marburg Gartenreise unterstützt Spendenaktion
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14:00 17.12.2021
Eine Haarnadel-Banksie in einem Gewächshaus des Neuen Botanischen Gartens.
Eine Haarnadel-Banksie in einem Gewächshaus des Neuen Botanischen Gartens. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Und vorab gibt Dr. Andreas Titze, Chef des Neuen Botanischen Gartens der Universität auf den Lahnbergen, den Teilnehmern der Reise sogar auch Einblicke in die ansonsten geschlossenen Gewächshäuser des Gartens. Und das aus gutem Grund: Von jedem Reisepreis wird ein Obolus zur Verfügung gestellt, der in die Finanzierung der Sanierung der Fenster der Gewächshäuser gesteckt werden soll.

Derzeit ist die Fundraising-Kampagne der Universität unter dem Titel „Ich blüh für dich“ in vollem Gange. Gesammelt wird, damit die energetische Sanierung der Gewächshäuser in Angriff genommen werden kann.

Die Gewächshäuser des Neuen Botanischen Gartens sind in die Jahre gekommen und dringend erneuerungsbedürftig. Denn sowohl die öffentlichen Schaugewächshäuser als auch die daneben gelegenen und für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglichen Anzuchtgewächshäuser haben seit der Eröffnung des Botanischen Gartens der Universität auf den Lahnbergen im Jahr 1978 keine Veränderung erfahren. Mit ihrer Einfachverglasung entsprechen sie allerdings in keinster Weise mehr den energetischen Standards, erläutert die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause. Zudem steht heute ­Spezialglas mit verbesserten Eigenschaften zur Verfügung, das für eine bessere Energiebilanz sorgen soll.

Komplizierte Klimaregulierung

Die Klimaregulierung innerhalb der Schaugewächshäuser ist eine sehr komplexe Angelegenheit. So braucht man beispielsweise im Tropenhaus ein feuchtwarmes Klima, während in dem Haus für die Pflanzen der Kanaren dauerhaft etwas kühlere Temperaturen zur Verfügung stehen müssen. Die Rundum-Modernisierung der Gewächshäuser ist aber schon seit einigen Jahren ein wichtiger Bestandteil der Pläne der Leitung der Botanischen Gärten und der Uni-Spitze.

Erschwert wird das Ganze dadurch, dass das gesamte Ensemble der Gewächshäuser nach Angaben der Uni-Präsidentin als Einzelkulturdenkmal gilt. So müssen bei allen Veränderungen wie bei einer energetischen Sanierung die Belange des Denkmalschutzes beachtet werden, was auch zu den insgesamt hohen Kosten für die geplante Sanierung beiträgt.

Die Gewächs- und Anzuchthäuser geben mehr als 8 000 Pflanzen Raum. Inmitten des 20 Hektar großen Geländes können Besucher in den Schaugewächshäusern in eine eigene Welt unter Glas abtauchen: vom Tropenhaus mit zahlreichen Lianen über das Australienhaus mit Pflanzen wie dem nur im Outback vorkommenden Papageienschnabel, bis hin zum Wasserpflanzenhaus mit der Viktoria-Riesenseerose.

Weltreise zu Fuß

Eine Weltreise zu Fuß zu absolvieren, das ist in den Schaugewächshäusern des Botanischen Gartens der Universität gewissermaßen im Schnelldurchgang möglich. Regelmäßig gibt es zum Beispiel besondere Events wie eine „Tropische Nacht“, bei der man sich als Besucher nach Anbruch der Dunkelheit wie in den Tropen fühlen kann.

Wer beispielsweise wissen möchte, wie ein Kakao-Baum aussieht oder eine Bananenstaude in echt bewundern möchte, ist im Nutzpflanzenhaus richtig.

Zusammengefasst kommt die Uni-Leitung bei ihren Berechnungen auf fünf Millionen Euro, die für die Sanierung benötigt werden. Davon sollen 1,25 Millionen Euro durch die Fundraising-Kampagne gesammelt werden. Für den Rest will die Universität Fördergelder beantragen, mit denen besondere Projekte des Klimaschutzes gefördert werden.

Für die Spendenkampagne ist das Team der Universität um Iris Rubinich verantwortlich. Frühestens im Jahr 2022 könnte es mit der energetischen Sanierung der Gewächshäuser losgehen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten zu spenden:

Eine Spende in frei wählbarer Höhe. Ab einer Spende von 35 Euro erhält man den Titel „Pflanzenfreund/in“.

Als „Quadratmeter-Spender“ übernimmt man symbolisch die Sanierung eines Quadratmeters Fensterglas für 240 Euro.

Als „Gewächshauspate“ kann man ab 8 160 Euro die gesamten Sanierungskosten eines der 31 Gewächshäuser finanzieren und sich mit seinem Namen auf einer Tafel im Botanischen Garten verewigen.

Weitere Informationen gibt es unter www.ich-blüh-für-dich.de

Von Manfred Hitzeroth