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Marburg Galerie Schmalfuß feiert 20-jähriges Jubiläum
Marburg Galerie Schmalfuß feiert 20-jähriges Jubiläum
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10:58 06.03.2021
Der in Moldavien geborene Künstler Alexandru Raevschi hat lange in Marburg gelebt und gearbeitet. Er zeigt zur Eröffnung drei Performances.
Der in Moldavien geborene Künstler Alexandru Raevschi hat lange in Marburg gelebt und gearbeitet. Er zeigt zur Eröffnung drei Performances. Quelle: Privat
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Marburg

„Die Sonne belebt die Stadt – und wir wollen mit einer neuen Ausstellung unser Scherflein dazu beitragen“, sagt Evol-Manuel Puts, seit Mai vergangenen Jahres Geschäftsführer der Marburger Galerie Michael W. Schmalfuß am unteren Steinweg.

Michael W. Schmalfuß hat seine erste Galerie in Marburg 1998 eröffnet, in der jetzigen Form gibt es sie seit dem Jahr 2000. Da im vergangenen Jahr kein Jubiläum gefeiert werden konnte, soll das 20-Jährige in diesem Jahr nachgeholt werden. Puts und Schmalfuß hoffen, im Sommer eine große Schau mit Publikum präsentieren zu können. Die aktuelle Ausstellung, die ab Samstag zu sehen ist, trägt den Titel „Inszenierung der Wirklichkeit – (die) Wirklichkeit der Inszenierung. Reality of Scenes – Scenes of Reality“.

Alexandru Raevschi eröffnet Ausstellung

Eröffnet wird sie mit Performances des in Moldavien geborenen Künstlers Alexandru Raevschi, der lange Zeit in Marburg gelebt und gearbeitet hat und im historischen Schwanhof noch ein Atelier hat. Die Performances können um 15, 17 und 19 Uhr durch das Schaufenster der Galerie betrachtet werden – es handele sich nicht „um eine Veranstaltung, sondern um ein interessantes Schaufenster“, betont Puts. Vor der Galerie werden Flächen markiert, damit die Corona-Abstandsregeln eingehalten werden können.

Man kann die Performances auch auf dem YouTube-Kanal der Galerie Michael W. Schmalfuß verfolgen: „So können alle Interessierten sehr nahe dran und live dabei sein, ohne sich zusammenzudrängen, was aus allzu bekannten Gründen aktuell nicht angezeigt ist“, teilte Puts mit. Die Galerie präsentiert in der neuen Ausstellung Arbeiten von fünf Künstlerinnen und Künstlern: Annette Besgen inszeniert in ihren großformatigen Gemälden Elemente, die sie auf Reisen entdeckt wie Fenster, Pflanzen, Tore, Gitter, Architektur oder Brücken. Hinzu kommt die menschliche Figur.

Weitere Künstler der Ausstellung

Jan Peter Tripp ist nach Ansicht der Galerie der „vielleicht spannendste realistische Maler Europas“. Er sei „intellektuell, witzig, von einer gewissen erhabenen Größe“. Nicht umsonst hätten viele große Schriftsteller wie Hans Magnus Enzensberger über ihn geschrieben.

Neu im Galerie-Programm ist die Künstlerin Heike Negenborn, Trägerin des Pfalzpreises 2018. Seit 30 Jahren erforsche sie die Feinheiten der Landschaftsmalerei auf dem Niveau der klassischen altmeisterlichen flämischen Darstellungskunst.

Auch heimische Künstler sind dabei

Hinzu kommen in der aktuellen Ausstellung zwei heimische Künstler: Andreas Otto ist ein Fotokünstler aus Lahntal „mit einem genauen und humorvollen Auge“, so die Galerie. In alten, emotional besetzten Zeitschriften fotografiere er winzige Ausschnitte und zeige mit ihnen große, vielgestaltige Landschaften.

Der Bildhauer Reinhard Fescharek lebt in Moischt. Er habe sich in jüngerer Zeit von der Bronze ab- und dem Holz zugewandt. In asymmetrischen Bearbeitungen zeige er, wie ein und dasselbe Objekt sehr unterschiedliche Eigenschaften offenbaren könne.

Die Galerie Schmalfuß ist derzeit nicht für Publikum geöffnet. Sie berät Interessierte telefonisch. Eine 3-D-Online-Präsentation der Ausstellung ist in Vorbereitung.

Von Uwe Badouin

05.03.2021
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