Für das Afföller-Teilstück sind in den Jahren 2018 und 2019 noch zwei weitere Anfragen bei der Stadtverwaltung eingegangen. Jedoch seien diese – im Gegensatz zum MPG-Seniorenheim – nie über den Status von Anfragen hinausgegangen, nie Konzepte oder Unterlagen eingereicht worden. Das geht aus einer Antwort des Magistrats auf eine Große Anfrage der Linken im Stadtparlament hervor. Um wen es sich bei den Kaufinteressenten handelt, ist noch unklar.
In seiner Antwort an die Stadtverordneten zeichnet Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU) aber auch die Chronologie der Verkaufsgespräche zwischen Magistrat und MPG nach: Demnach gab es ein erstes Treffen im April 2018, wo die Investoren ihr Konzept vorstellten. Es folgte die Prüfung, ob ein Verkauf prinzipiell möglich ist. Erst ein Jahr später, am 28. März dieses Jahres, gab es erste Verkaufsgespräche.
Keine städtische Rahmenplanung
Der Grund dafür: Es gebe keine städtische Rahmenplanung für den Bereich, die einstigen Ansätze wie etwa ein neues Gebäude für Afföllergemeinde und Kleingartenverein, einen Parkhausbau oder Umgestaltung für eine Landesgartenschau-Ausrichtung seien nie über das Ideen-Stadium hinausgekommen.
Öffentliche Flächen könnten auch durch „gesteuerten Weiterverkauf“ gestaltet werden – wie etwa der Behringstandort Görzhausen, ebenfalls mit dem Ziel der wirtschaftlichen Entwicklung von Unternehmen. Privatwirtschaftliche Tätigkeit ziele ganz grundsätzlich auf Rendite von Investitionen ab – von der Bäckerei über Schreinerbetrieb bis hin zu Großkonzernen wie der DVAG oder ihren Töchterfirmen – und trage vor allem mit Gewerbesteuerzahlung von mehr als 100 Millionen Euro im Jahr zu „ausgleichendem Handeln der Kommune“ bei.
von Björn Wisker