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Marburg Lahntal-Grüne: Seilbahn nicht die "große Lösung"
Marburg Lahntal-Grüne: Seilbahn nicht die "große Lösung"
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14:00 23.06.2019
Wie schon die Lahntal-SPD fordern die Lahntal-Grünen eine zügige Einbeziehung der Gemeinde und örtlichen Politik in die neuen Seilbahn-Ideen aus Marburg. Quelle: Archivfoto
Marburg

„Großprojekte, auch eine Seilbahn, ersetzen kein Verkehrskonzept“, heißt es von den Lahntal-Grünen. Einzelne Mammutbauprojekte – so auch der „Allnatalweg“ oder der Behringtunnel würden nicht alle Mobilitätsprobleme auf einmal und alleine lösen. „Es wird nicht die eine große Lösung geben, die alleine alles ins Lot bringt”, sagt Michael Meinel, Grünen-Gemeindevorstand im OP-Gespräch.

Viele kleine Prozentsätze der Verkehrsteilnehmer würden sich auf Rad, Auto, Bahn verteilen müssen. „An der Nahverkehrs-Schraube kann man und muss man drehen. Aber solange der Individualverkehr attraktiv ist und es auch sein soll, wird es keine richtige Lösung geben. Denn niemand steigt in Göttingen aus dem Auto aus und dort in eine Seilbahn um, wenn man genauso gut zehn Minuten später mit dem Auto am Standort, am Arbeitsplatz sein kann“, sagt Meinel.

Meinel: "Mit uns statt über uns sprechen"

Zu einer wirkungsvollen Mobilitätsplanung seien zur Minimierung des Autoverkehrs vor allem Nahverkehr – also Busse – und Fahrradverkehr wie die Bahn auch im Sinne des Klimaschutzes zu integrieren. Seilbahnen stellen aber „einen bedenkenswerten, leistungsfähigen Baustein dar, der nicht vorschnell abgetan werden darf“. Es werde nämlich „Zeit, dass sich die Infrastruktur an das Wachstum des Pharmastandorts anpasst.“

Dass Marburgs Politik aber erkannt habe, dass es ohne Lahntal keine Lösung des Verkehrsproblems, keine effektive Behringwerke-Anbindung geben kann, sei „begrüßenswert“. Denn durch die Gemeinde, über die Bundes- und Kreisstraßen fließe ein maßgeblicher Teil des Berufsverkehrs zu den Pharma-Standorten. Entsprechend sei die Kooperation zwischen Stadt und Umland „unverzichtbar“.

Man könne aber nicht ein Großprojekt nach dem anderen in der Universitätsstadt „verbrennen“, um dann Umsetzungspläne im Umland zu schmieden. „Es muss jetzt mit uns statt über uns gesprochen werden. Die Ideen kommen ja schon aus dem Lahntal und das Kooperationsangebot auch“, sagt er unter anderem mit Verweis auf dem angedachten Pendlerparkplatz nahe des geplanten CSL-Logistikgebäudes.

von Björn Wisker