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Marburg Fünf Haftbefehle nach Festnahmen
Marburg Fünf Haftbefehle nach Festnahmen
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16:14 18.11.2019
Themenfoto: Fünfmal klickten am Freitag im Landkreis die Handschellen.  Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die zuständige Richterin des Amtsgerichts Kirchhain erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Marburg gegen alle Tatverdächtigen Haftbefehle wegen Fluchtgefahr. "Alle Männer befinden sich in Untersuchungshaft", berichtete am Montagnachmittag Marburgs Polizeisprecher Martin Ahlich.

Im Zuge eines zentralen Kontrolltags zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls am Freitag fielen den Fahndern gegen 15.40 Uhr in
Wetter zwei mit jeweils zwei Männern besetzte Autos auf. Bei der anschließenden kurzfristigen Observation der Männer in Lebensmittelgeschäften in Wetter, Sterzhausen und Dautphetal konnte festgestellt werden, dass die Männer gezielt zusammenarbeiteten und durch verschiedenste Ablenkungen neben den bezahlten Einkäufen mindestens 200 Päckchen mit Tabakwaren unbezahlt mitnahmen.

Bei der späteren Kontrolle nahm die Polizei alle vier Personen vorläufig fest. Es handelt sich um zwei wohnsitzlose Georgier im Alter von 34 und 40 Jahren sowie einen 41 Jahre alten weiteren Georgier und einen 43-jährigen gebürtigen Russen, die beide in Niedersachsen gemeldet sind. Die Polizei konnte neben der Tatbeute vier offenbar völlig gefälschte Ausweise sicherstellen.

Fünfte Festnahme in Schönstadt

Die fünfte Festnahme folgte am frühen Abend des 15. November in Schönstadt. Der Fahrer eines Pkw machte sich verdächtig, als er beim Erblicken der Kontrollstelle sofort bremste und wendete. Er missachtete anschließend zunächst die Anhaltesignale der ihn verfolgenden Polizei, stoppte dann aber doch. Noch bevor der Wagen zum Stehen kam, sprang der Beifahrer aus dem Fahrzeug und flüchtete. Er konnte trotz der sofortigen Verfolgung und Fahndung entkommen.

Die Polizei nahm den Fahrer, einen in Russland geborenen 35 Jahre alten, polizeibekannten Mann aus Brandenburg, vorläufig fest. In seinem Auto stellten die Fahnder insgesamt vier prall gefüllte blaue Müllsäcke und eine speziell präparierte Tasche, eine sogenannte "Klautasche", sicher. In den Müllsäcken befand sich nagelneue, teils noch ausgezeichnete, teils mit Sicherungsvorrichtungen ausgestattete Kleidung im Wert von mindestens 6.700 Euro.

Der Ermittlungen zur Herkunft der Kleidung dauern an. Die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen den Männern gibt, gehört ebenfalls zum Umfang der laufenden Ermittlungen.