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Marburg Frühlingsgrüße aus der Schule in den Elisabethenhof
Marburg Frühlingsgrüße aus der Schule in den Elisabethenhof
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12:58 17.04.2021
KKS-Lehrerin Carolin Dehnert (von links) übergab Frühlingspost und selbst gebastelte Geschenke an Elsbeth Lange und Tina Busch.
KKS-Lehrerin Carolin Dehnert (von links) übergab Frühlingspost und selbst gebastelte Geschenke an Elsbeth Lange und Tina Busch. Quelle: Privatfoto
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Marburg

Wie kann man Bewohnern eines Altenpflegeheims zu Ostern eine Freude machen? Mit kreativer Frühlingspost und Basteleien, dachten sich Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule Marburg. „Ziel bei diesem Projekt war es einerseits, die Bewohner, die seit einem Jahr zeitweise nur wenig Besuch empfangen durften, etwas abzulenken und ihnen eine kleine Freude in Form von handgeschriebenen Briefen unserer Schüler zu bereiten“, erläutert Lehrerin Carolin Dehnert.

Außerdem stelle die Altenpflege „für viele Schülerinnen und Schüler einen potenziellen Ausbildungsbereich dar, welcher aufgrund der aktuell ausgesetzten Betriebspraktika aber nur eingeschränkt erkundet werden konnte“, so Dehnert.

Keine persönlichen Besuche

Aber wie mehr von den Bewohnerinnen und Bewohnern erfahren? Denn aufgrund der Corona-Pandemie waren persönliche Besuche nicht möglich. Also gab es Kontakt virtuell via Skype – mit spannenden Gesprächen. So erzählte beispielsweise Elsbeth Lange, dass sie mehr als 30 Jahre mit sehr viel Freude in einer Arztpraxis gearbeitet habe.

„Da einige Schülerinnen und Schüler auch gerne einen Beruf aus dem medizinischen Bereich erlernen wollen, war dies auch bei der generellen Berufsorientierung sehr informativ“, so Lehrerin Carolin Dehnert. Eine weitere Bewohnerin berichtete, dass sie früher als Dekorateurin in einem Kaufhaus gearbeitet habe und bis heute gerne kreativ sei.

Schüler machen Seife selbst und basteln ein Fühl-Memory

Und wie läuft der Alltag der Bewohner im Pflegeheim ab? Mit einem breit gefächerten Programm, erzählten sie – gemeinsam singen und backen sind ebenso möglich, wie Gesellschaftsspiele oder Gottesdienste. Die Schüler waren daran sehr interessiert, denn sie hätten kaum eine konkrete Vorstellung darüber gehabt, was neben der Pflege in einem Heim passiere und wie vielseitig die Arbeit dort sein könne.

Und dann gingen die Schülerinnen und Schüler ans Werk – sodass Klassenlehrerin Dehnert zahlreiche Briefe, selbst gemachte Seife sowie Spiele, wie zum Beispiel ein selbst genähtes Fühl-Memory, stellvertretend an die Heimbeiratsvorsitzende Elsbeth Lange sowie Tina Busch vom Team der Betreuung übergab.

Zukünftige Kooperationen

Aufgrund der positiven Resonanzen aller Beteiligten habe man bereits erste Verabredungen für zukünftige Kooperationen getroffen. Außerdem erklärte Einrichtungsleiter Roland Teuber, dass aufgrund der bereits erfolgten Impfungen sowie regelmäßiger Testungen Betriebspraktika bald wieder möglich sein werden.

„Die wohl beste Erfahrung war, mit welcher Dankbarkeit und Freude beide Seiten bei der Sache waren“, resümiert die Klassenlehrerin. Den Schülern sei sehr deutlich geworden, „dass bei allen Vorbehalten, die vielleicht hinsichtlich der pflegerischen Tätigkeiten existieren, die Arbeit mit älteren Menschen auch sehr viel positive Aspekte, Wertschätzung und Dankbarkeit mit sich bringt“.

Nicht die letzte gemeinsame Aktion

Und Elsbeth Lange wiederum könne es kaum abwarten, „uns auch mal in der Schule zu besuchen, um dort gemeinsam zu kochen. Es wird sicherlich nicht die letzte gemeinsame Aktion gewesen sein“, ist sich Dehnert sicher.