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Marburg Friseurbetriebe im Corona-Check
Marburg Friseurbetriebe im Corona-Check
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08:00 27.07.2020
Natürlich mit Mund-Nasen-Schutz: Friseurin Jessica Cappeller schneidet einem Kunden die Haare. Quelle: Nadine Weigel
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Landkreis

44 mittelhessische Friseurbetriebe haben die Arbeitsschutzdezernate in Mittelhessen auf die Umsetzung der aktuellen Corona-Verordnung, auf Arbeitsschutz- und Hygieneauflagen, überprüft – elf davon im heimischen Landkreis. Das teilte das Regierungspräsidium Gießen (RP) mit. Das Ergebnis: „Es gab eine große Anzahl von Friseuren, die fast alle Anforderungen vorbildlich umgesetzt hatten, aber auch wenige andere, bei denen es offensichtlich massive Informationsdefizite über die Schutzmaßnahmen gab“, berichtet Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Fast alle geprüften Unternehmen hielten die Sicherheitsabstände ein, die Bereitstellung des Mund-Nasen-Schutzes sei in fast allen Salons gewährleistet gewesen, in einigen war jedoch nicht festgelegt, wann die Friseure ihre Schutzmasken austauschen müssen. Da Stoffmasken ihren Schutz verlieren, wenn sie feucht werden, müssten die Beschäftigten ihren Mundschutz in der Regel mehrmals täglich wechseln.

Was das Wechseln der Umhänge nach jedem Kunden angeht, wertete das RP die Umsetzung der Regel in einigen Salons als „kritisch“. Nach jeder Benutzung müsse ein Umhang entweder direkt gewaschen oder entsorgt werden. Teilweise war aber nur pro Arbeitsplatz ein Umhang vorhanden. Bei besonders körpernahen Dienstleistungen herrschen teils strengere Auflagen als das Haare schneiden selber: So muss der Friseur bei einer Rasur etwa eine FFP2-Maske ohne Ausatmenventil und Schutzbrille oder Gesichtsschild tragen. „Das war einem nicht unbeträchtlichen Teil der überprüften Barber-Shops nicht bekannt“, so das RP. Da diese Schutzmasken derzeit schwer zu bekommen sind, bieten einige der kontrollierten Betriebe solche Tätigkeiten nicht mehr an.

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Bei anderen Verstößen hätten die meisten Betriebe freiwillig nachgebessert. Lediglich in einem Fall musste das zuständige Ordnungsamt hinzugerufen werden – der betroffene Salon lag in Marburg-Biedenkopf. Gegen den damaligen Betreiber wurde eine Untersagung ausgesprochen. Wie das RP auf Nachfrage mitteilt, werden die Geschäftsräume mittlerweile aber von einem anderen Friseurbetrieb genutzt.

Von Ina Tannert

26.07.2020
26.07.2020