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Marburg Friedenspreis für Dr. Thomas Spies
Marburg Friedenspreis für Dr. Thomas Spies
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21:06 12.09.2021
Der Jury-Vorsitzende Andreas Zumach (Zweiter von links) mit den Preisträgerinnen und Preisträgern Dr. Thomas Spies (von links), Mechthild Thürmer und Larissa Lotter sowie Markus Widmann von der Seebrücke.
Der Jury-Vorsitzende Andreas Zumach (Zweiter von links) mit den Preisträgerinnen und Preisträgern Dr. Thomas Spies (von links), Mechthild Thürmer und Larissa Lotter sowie Markus Widmann von der Seebrücke. Quelle: Deutsches Theater Göttingen.
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Marburg

Der Göttinger Friedenspreis 2021 geht zu gleichen Teilen an den Marburger Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD), die Äbtissin M. Mechthild Thürmer und die Bewegung Seebrücke mit ihrer Kampagne „Sichere Häfen“. Der Preis ist mit insgesamt 5 000 Euro dotiert. Das Preisgeld geht an Thürmer und die Seebrücke, da OB Spies als Amtsträger kein Preisgeld entgegennehmen darf. Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden am Samstag ausgezeichnet für ihr Engagement für sichere Fluchtwege und eine gesicherte Aufnahme von Menschen, die versuchen, aus lebensbedrohlichen Gewaltsituationen über das Mittelmeer und andere Routen nach Deutschland und in andere europäische Staaten zu gelangen, und dort Aufnahme und Schutz zu finden, heißt es in der Begründung.

Äbtissin Thürmer ist angeklagt vor dem Amtsgericht Bamberg, weil sie in mehreren Fällen Flüchtigen in ihrer Abtei illegal Kirchenasyl gewährt haben soll, beispielsweise im Jahr 2018 einer Eritreerin, die nach Italien abgeschoben werden sollte.

Die Staatsanwaltschaft wirft Thürmer Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt vor, das Amtsgericht droht der Äbtissin mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe. „Als Christin stehe ich in der Pflicht, Menschen in der Not beizustehen“, begründet Thürmer das von ihr gewährte Kirchenasyl. „Ich habe mir vorgestellt, dass Jesus das auch so gemacht hätte, um Menschen zu helfen, die Schutz suchen.“

Bislang 169 deutsche Städte angeschlossen

Die Bewegung Seebrücke gründete sich Ende Juni 2018, als das Schiff „Lifeline“ mit 234 Menschen an Bord tagelang im Mittelmeer auf hoher See ausharren musste und in keinem europäischen Hafen anlegen konnte. Die Seebrücke mit ihren zahlreichen Lokalgruppen in deutschen, schweizer und österreichischen Städten engagiert sich gegen die Kriminalisierung von Seenotrettung und dagegen, dass das „Sterben vieler tausender Menschen billigend in Kauf genommen wird“. Der Kampagne „Sichere Häfen“ der Seebrücke haben sich bislang 169 deutsche Städte angeschlossen und die Aufnahme zusätzlicher Flüchtlinge angeboten. In Göttingen führte die Lokalgruppe der Seebrücke einen entsprechenden Beschluss des Rates der Stadt herbei.

Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies ist einer der ersten führenden Kommunalpolitiker, der sich für die Ziele der Seebrücke und die Kampagne „Sichere Häfen“ engagierte, unter anderem mit zwei offenen Briefen an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer, in denen er im September 2018 die Abschottungspolitik der EU gegenüber Geflüchteten kritisierte und die Aufnahme von mehr Geflüchteten in Marburg anbot.

Von red

12.09.2021
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