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Marburg Tanzen gegen den Klimawandel
Marburg Tanzen gegen den Klimawandel
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18:52 29.11.2019
(Archivbild) Klimastreik in Marburg. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Dass eine Demo für mehr Klimagerechtigkeit auch einfach mal Spaß machen kann, zeigte am Freitag die Marburger Band „Eins Neunzig“. Kaum war der große Demonstrationszug mit knapp 4 000 Teilnehmern über die Weidenhäuser Brücke aus zum Elisabeth-Blochmann-Platz eingeschwenkt, da legten die jungen Rockmusiker los wie die Feuerwehr.

Und schon war vor der Bühne eine wilde Tanzparty im Gang. Bei der 22. Auflage der zunächst von Marburger Schülern ins Leben gerufenen „Fridays for Future“-Demo beteiligten sich am Ende der Uni-Klimastreikwoche viele Studierende. „Der Uni-Klimastreik war ein voller Erfolg“, sagte eine Sprecherin des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta).

Es habe sich herausgestellt, dass das Thema Klimaschutz in vielen Seminaren der Uni behandelt werde. Doch es sei auch wichtig, dass Studierende aller Fachbereiche vom universitären Fachwissen in Sachen Klimawandel profitieren könnten. Zudem müsse sich die Universität öffnen, so dass beispielsweise Schüler Zugang zu spannenden Vorlesungen bekämen.

Nicht nur auf die Beschlüsse warten

„Wir sind seit einem Jahr auf der Straße. Das ist aber kein Grund zum Feiern“, sagte bei der Abschlusskundgebung Simon, einer von zwei Vertretern der Marburger „Fridays for Future“-Gruppe.

Immerhin gebe es trotzdem einige Erfolge: so die Ausrufung des Klimanotstands in Marburg durch die Stadt Marburg sowie die Gründung des Marburger Klimabündnisses.

„Aber reicht ein allgemeines Umweltbewusstsein schon, um den globalen Klimawandel abzuwenden, fragte Emma, eine weitere Vertreterin von Fridays for Future“. Die beiden Sprecher der Klimaschutzbewegung verlangen, von der Politik ernst genommen zu werden. „Wir bleiben laut, solange bis unsere Forderungen zur Klimagerechtigkeit ernst genommen werden“, betonte Simon.

 „Advent, Advent, die Erde brennt“

Worin diese bestehen, das zeigte sich am Freitag unter anderem wieder auf den vielen sehr persönlich gestalteten Plakaten und Transparenten. Darin wurde auch die Stimmungslage deutlich, die auch von einer ­gewissen Hoffnungslosigkeit geprägt ist. „Advent, Advent, die Erde brennt“ war beispielsweise auf einem der Plakate zu lesen.

"Was muss passieren, damit ihr reagiert?“ stand ebenfalls geschrieben. Auch eine Abgesandte des Marburger „Kollektivs von morgen“ ergriff das Wort. Sie freute sich, dass nach dem 20. September auch jetzt an einem globalen-Klima-Freitag mehrere­ Tausend Teilnehmer an der Demonstration zu verzeichnen seien. „Diese Wut ist unglaublich wichtig“, betonte sie.

Man könne aber nicht nur auf die Beschlüsse von weiteren weltweiten Klimagipfeln warten, sondern müsse auch vor Ort anfangen und „auf die Offenheit unserer Städte und Kommunen setzen“. So sei es lobenswert, dass die Stadt Marburg anstrebe, bis 2030 das Ziel „Klimaneutrale Stadt“ zu erreichen.

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